Im Beisein zahlreicher Ehrengäste verabschiedete der Oberfränkische Polizeipräsident Reinhard Kunkel im Rathaussaal den bisherigen Leiter der Polizeiinspektion Forchheim, Rainer Schmeußer (44). Gleichzeitig führte er den Nachfolger, Jürgen Knauer (42), in sein neues Amt ein.
Rainer Schmeußer leitete in den letzten fünf Jahren die Geschicke der Polizei Forchheim. Er war für etwa 80 Beschäftige verantwortlich und betreute ein 270 Quadratkilometer großes Gebiet mit 75 000 Einwohnern. Im Vorjahr gab es hier 6687 Einsätze. Von den 2601 Straftaten gelang es, 72 Prozent aufzuklären. Ferner galt es, 1611 Verkehrsunfälle mit 345 Verletzten zu bearbeiten.
Weitere Aufgabenfelder seien die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche, die Drogenkriminalität sowie die Fälle von Extremismus, erklärte Polizeipräsident Reinhard Kunkel.
Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager ergänzte: "Die Probleme, die sich aus der zunehmenden Zahl der Asylbewerber ergeben - auch am rechten politischen Rand - kann man nicht einfach weglächeln." Auch hier sei der Einsatz der Polizei gefragt.


Job mit Nebenwirkungen

"Schlechter Schlaf und viele Überstunden" - dies seien laut Personalratsvorsitzendem Jürgen Köhnlein die Nebenwirkungen, die Führungskräfte in Kauf nehmen müssen. "Ich kann Sie beruhigen", wandte sich Köhnlein an Knauers Ehefrau Stefanie: "Es geht so weiter." Der Personalrat mahnte aber auch: Wenn die Schlagzahl erhöht wird, die Belastung steigt, ist es gut, jemanden an der Seite zu haben, bei dem man sich aussprechen kann. "Denkt an die Gesundheit", mahnte Köhnlein. "Wenn da was in Schieflage gerät, wählt euch die richtigen Stützen."
Rainer Schmeußer startete seinen erfolgreichen Weg bei der Bayerischen Polizei mit der Ausbildung 1988. Nach seinem Studium an der Beamtenfachhochschule, die er mit einem hervorragendem Ergebnis abschloss, verrichtete er zunächst Dienst in seinem Heimatort Ebermannstadt, bevor er sich bei verschiedenen oberfränkischen Dienststellen für den Aufstieg in den "höheren Dienst" qualifizierte. In dieser Position war er bei verschiedenen Bamberger Dienststellen in Führungsverantwortung, bevor er im Oktober 2010 mit der Leitung der Polizei in Forchheim beauftragt wurde.
Nun suchte er eine neue Herausforderung bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Dort will er in der Stabsabteilung Einsatz, Aus- und Fortbildung sowie Polizeitechnik mit dem Schwerpunkt Organisation und Dienstbetrieb seine in der Praxis gemachten Erfahrungen einbringen.


Herausforderung gesucht

Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, bekannte Rainer Schmeußer. Obwohl er sich in Forchheim sehr wohl gefühlt habe, habe er die neue Herausforderung gesucht. Dabei habe er sich an dem Spruch orientiert: "Nur wer den Abschied nicht scheut, wird mit Abenteuer, Erfahrungen und einem reichen Leben belohnt."
Mit dem in Fürth geborenen Jürgen Knauer, der Ende September das Masterstudium an der Deutschen Polizeihochschule in Münster erfolgreich abgeschlossen hat, stellte Polizeipräsident Reinhard Kunkel den neuen Chef der Forchheimer Polizei vor. Der gebürtige Fürther, stolzer Vater von zwei Töchtern (14 und 16), der in Memmelsdorf wohnt, wird nun die Geschicke der Polizeiinspektion Forchheim leiten.
Knauer nannte seine neue Herausforderung bereichernd und gewinnbringend. Er gehe mit einer optimistischen Grundhaltung an die neue Aufgabe heran. Zugleich bedankte er sich bei den Kollegen und Vorgesetzten für die jahrelange Unterstützung und den herzlichen Empfang in der neuen Dienststelle.
Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU(WUO) bedankte sich bei Schmeußer für die außerordentlich gute Zusammenarbeit. Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch unter der neuen Leitung der ausgezeichnete Ruf der Polizeiinspektion Forchheim bleiben werde. Als Tipp gab er dem neuen Chef mit auf den Weg: "Wenn Sie mich erreichen wollen, mailen Sie nicht, rufen Sie mich einfach an."