Dass Lastwagen von der Ortseinfahrt nach Neunkirchen kommend vor dem Forchheimer Tor stehen und die Fahrer nicht mehr wissen, was sie tun sollen, kam schon immer vor. Denn nicht selten wurden die drei Hinweisschilder, dass den Innerort nur Fahrzeuge mit einer Höhe von 3,20 Meter befahren dürfen, einfach ignoriert. Oder sie biegen in die Hirtengasse ab, um das Forchheimer Tor zu umfahren.

Vor allem in der Hirtengasse, die im Verlauf schmaler wird, kommt es deshalb zu gefährlichen Verkehrssituationen. "In letzer Zeit nimmt die Geschichte überhand", sagte Bürgermeister Martin Walz (CSU) seinen Mitgliedern des Bauausschusses. Die Fahrer werden wohl über ihr Navigationssystem auf die Polstergasse gewiesen. Das funktioniere für Pkws, werde aber für die 40-Tonner zur Herausforderung. "Es ist ein Wunder, dass noch nichts passiert ist, wenn die Lkws in die Hirtengasse fahren und festhängen", sagt Walz.

Waghalsige Rückwärtsfahrten

Bei den waghalsigen Versuchen, die Straße rückwärts wieder zu verlassen, ist glücklicherweise den anderen Verkehrsteilnehmern noch nichts passiert. Allerdings sind durch die Rückwärtsfahrten und Wendeversuche bereits Gebäude beschädigt worden, wie Anwohner beklagten. Deshalb soll bereits in der Gräfenberger Straße verhindert werden, dass die Lastwagen den inneren Ort befahren. Dazu will die Gemeinde auf Höhe des Anwesens Nummer 11 einen Höhenbegrenzungsbalken anbringen - halbseitig.

Dieser wird mit einer beweglichen Traverse an Ketten montiert. "Der Querbalken sagt dem Lastwagenfahrer ,Achtung, du bekommst ein Problem'. Damit auch der Letzte, der bereits an drei Schildern vorbeifährt, das doch noch kapiert", erklärte Walz die Notwendigkeit. Davon waren die Gemeinderäte des Bauausschuss ohnehin überzeugt.

"Das ist absolut notwendig", sagt Armin Spatz (CSU), der die Wendeversuche der Fahrer von seinem Büro aus beobachtete. Zusätzlich werden in der Hirtengasse zwei Absperrpfosten montiert, damit Lastwagen mit Anhänger nicht mehr in die Hirtengasse abbiegen können. Die Müllabfuhr und die Feuerwehr können weiterhin in die Straße fahren. Die Absperrpfosten werden "mobil" aufgestellt, um in einer Testphase zu sehen, ob die Durchfahrt für die Müllabfuhr problemlos möglich ist. Allerdings ist die Maßnahme nicht ganz billig.

Der Höhenbegrenzungsbalken kostet rund 2700 Euro, die beiden Absperrbaken als mobile Absperrpfosten kosten 310 Euro. Im dafür vorgesehenen Haushalt sind noch 13 347 Euro zur Verfügung. Den beiden Maßnahmen stimmte der Bauausschuss einstimmig zu. Die Arbeiten am ehemaligen Hemmerleingelände wurden bereits aufgenommen und Teile des ehemaligen Fabrikgeländes abgerissen. An dem neu entstehenden Wohnareal soll auch ein sogenannter Quartiersplatz entstehen, eine Freizeitfläche, die auch von den Bürgern genutzt werden kann.

"Die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten, deshalb möchten wir auch mitreden und sagen, welche Variante wir bevorzugen", erklärte Bürgermeister Walz. Aber wie soll der Quartiersplatz gestaltet werden? Drei Varianten hat das Ingenieursbüro Meyer und Schmidt ausgearbeitet.

Der Quartiersplatz wird eine Bank, ein Wipptier, ein Sandlabor und eine Schaukelkombination mit Vogelnest und einem Kletterturm für die Kinder haben. Die Jugendlichen dürfen sich auf Kletter- und Sportgeräte und auf eine Tischtennisplatte freuen. Auch Bänke sind eingeplant als Ruhezone und Feldahorn zur grünen Begrenzung. Eine Kastanie soll in der Mitte gepflanzt werden. Die Zahl der Ahornbäume ist mit 13 Stück laut Plan ebenfalls bei allen Varianten gleich. Auch ein Felix-Müller-Relief soll aufgestellt werden.

Dritte Variante bevorzugt

Während die ersten Varianten im oberen Bereich des Platzes Wiese vorsehen, wird in der dritten Variante ein wasserdurchlässiger Mineralbelag gewählt. Der Bereich für die Kleinen wäre eingezäunt. Die Verwaltung bevorzugt die dritte Variante. "Sie hat den Charme, dass sie altersmäßig differenziert", erklärt Walz. Der klassische Treffpunkt für Erwachsene sei ganz oben, dem folge der Kleinkinderbereich, eine kleine Ruhezone und der Bereich für die größeren Kinder. Der Splitt trenne das auch optisch ab. "Deshalb haben wir nicht eine Oberfläche für alles", erklärte Walz.

Doch gerade über den kiesartigen Bereich kam eine Diskussion auf. Um ein Picknick zu halten, wäre ein Rasen besser geeignet, meinte Florian Hofmann (FW). Allerdings bedeute Rasen deutlich mehr Pflegeaufwand, warf der Gemeindechef ein und auch Thomas Diercks (ÜWG) erinnerte an durchgetretene Stellen, die ebenfalls nachgearbeitet werden müssten. Ergebnis: Die Wiese wurde zunächst aus dem Beschluss genommen. Alle sieben Mitglieder stimmten für die Variante 3 und mit drei Gegenstimmen wurde für die vorgeschlagene wassergebundene Decke gestimmt. Anfang 2021 starten mit den Tiefbauarbeiten die Maßnahmen.