"Sakrales Theater" nennt Bayerschmidt diese Inszenierung, denn die Jahreskrippe schildert das biblische Geschehen von Adam und Eva bis zur Auferstehung - Krippe und Kreuzigung selbstverständlich eingeschlossen.

"Zum Krippen bauen kam ich wie die Jungfrau zum Kind", erinnert sich Bayerschmidt. Ende der 70-er Jahre bat ihn sein Jugendfreund Pater Ewald, der damals Guardian im Franziskanerkloster Gößweinstein war, ihm bei der Neugestaltung der Jahreskrippe behilflich zu sein. Seither hat der Krippenbauer dutzende Krippen gefertigt. Das Fachwissen erwarb er sich an der Krippenbauschule im Stift St. Florian in Tirol. Dort erwarb er 1991 das Krippenbau-Diplom. Sein Meisterstück war ein Stadel mit "fränkischen" Figuren.


Der Ort ist entscheidend

Insgesamt hat Bayerschmidt mittlerweile rund 30 Krippen gebaut.
Jede hat ihre Besonderheiten, so dass es schwer fällt, eine Lieblingskrippe heraus zu finden. "Ich muss sehen, wo die Krippe hinkommt. Dann erst mache ich mir Gedanken über die Gestaltung. Wichtig dabei sind die Proportionen. Deshalb wählt Bayerschmidt erst die Figuren aus und lässt dann das Szenarium drum herum entstehen.

In Nürnberg baute er so eine Krippe mit berühmten Figuren wie Hans Sachs und Albrecht Dürer. Als Kulisse nahm er das Pilatushaus, eines der aufwändigsten Fachwerkbauten in ganz Nürnberg. Weitere Krippen zeigte Georg Bayerschmidt in Bamberg bei den dortigen Krippenbaufreunden und am Domberg. Der Experte beteiligte sich auch am Entwurf einer Krippe für die Friedenskirche in Nürnberg. Statt eines Stalles verlegte er die Menschwerdung Gottes in eine Höhle - passend zur Fränkischen Schweiz.


Obstkisten zu Ziegel verarbeitet

Damit die Felsen auch echt wirken, hat er Styropor mit einer Heißklebepistole so lange bearbeitet bis es die gewünschte Form und Farbe hatte. Für eine Weihnachtsszene im fränkischen Stil schnitzte er nicht weniger als 1500 Biberschwanzziegel aus Obstkisten zurecht und für einen Holzstoß, den er aus wenigen Millimeter kleinen Holzscheiten zusammenführte, opferte der Tüftler mehrere Nächte.

So bedauert es Bayerschmidt, dass es, bedingt durch seine angegriffene Gesundheit die Gößweinsteiner Krippenausstellung, auf der auch Werke seiner Kollegen gezeigt wurden, nicht mehr gibt. Dafür wurde ein Krippenweg ins Leben gerufen. An drei Stationen sind Kreationen von Bayerschmidt zu bewundern. Sie stehen in der Basilika, bei Bogner Moden und bei Gerlinde Hutter im "Salon Harlekin".