Das Leader-Projekt "Grünes Klassenzimmer im Wildpark Hundshaupten" kann realisiert werden. Leader-Manager Michael Hofmann von der zuständigen Zuwendungsbehörde am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg war zum Wildpark angereist, um den Bescheid an Landrat Reinhardt Glauber (FW) zu übergeben.

Das Hundshauptener Vorhaben ist ein Projekt für Bildung und Qualifizierung. Im Wildpark hat es bisher keinen Schulungsraum gegeben. "Informationen waren nur im Freien oder in der vorhandenen, Bratwurst geschwängerten Gastronomie möglich", wie es Toni Eckert vom Kulturamt des Landratsamtes bei dem kleinen Festakt im Park formulierte. Außer mit dem Landrat selbst war das Landratsamt Forchheim mit Toni Eckert und Rita Metzner vom Kulturamt, Stefan Götz als Leiter des Fachbereichs Hochbau sowie Kreiskämmerin Carmen Stumpf vertreten.
Aus der Region wohnte Bürgermeister Otto Siebenhaar aus Leutenbach, dem kleinen Festakt bei.

Eines von 14 Leader-Eler-Projekten

Damit wird das letzte Projekt der Förderperiode 2007 - 2013 vorgestellt. Die Frist ist zum 1.Oktober abgelaufen, die Mittel sind vergeben. Die genehmigten Projekte müssen bis 2015 abgewickelt sein. Toni Eckert schlug nochmals einen großen Bogen über 14 Projekte in dieser Phase. Dazu zählen Themen wie das Kletter-Informationszentrum Obertrubach, das Kreativzentrum Morschreuth, die Marienwallfahrtsstätte Am Lohranger, Pinzberg, das Eremitenhäuschen St. Moritz bei Leutenbach, um nur einige zu nennen. Im Regionalen Entwicklungskonzept sei es das Ziel, sehr umfänglich Stärken herauszuarbeiten und zu entwickeln, die so nicht gegangen wären. Man habe so bisher 40 Projekte auf den Weg gebracht. "Mainstream-Themen wie Städtebau sind bei Leader nicht das Thema", sagte Eckert.

Landrat Glauber hat die Anregung zu dem Projekt "Grünes Klassenzimmer" gegeben. 297 000 Euro an Investitionen sind geplant. Hinzu kommen rund 30 000 Euro für die didaktische Ausrichtung von Raum und Lehrpfad. Die Welt der heimischen Region, die Pflanzen und Tierwelt sollen nahegebracht werden.

Träger ist der Landkreis Forchheim

Eckert dankte der Bewilligungsbehörde, die 50 Prozent der Kosten trägt. Die Oberfrankenstiftung übernimmt 25 Prozent der Bruttolasten für die zugesagten Mittel. Der Rest bleibt beim Träger, dem Landkreis Forchheim.
Stefan Götz veranschaulichte anhand von Zeichnungen das geplante Projekt am Wildpark. Das moderne Gebäude in Form von drei Baukörpern wird oberhalb des jetzigen Haupteingangs so platziert sein, dass es vom Parkplatz Zutritt erhält. Zusätzlich und separat vom Haupteingang soll es auf der Rückseite einen direkten Zugang
geben. Somit sollen Schulungen zu jeder Tageszeit stattfinden können.

Zwei Klassen in zwei 55 und 45 Quadratmeter großen Räumen finden im Gebäude Platz. Die Räume sollen auch zu einem großen zusammenlegbar sein.

Anfang Mai 2014 soll das Gebäude stehen

" Bildung in Bewegung" lautet die Idee. Das gesamt Bauwerk ist von Holz geprägt und soll sich so der Umgebung anpassen. Das Fundament wird noch dieses Jahr eingebracht, die Aufrichtung in Fertigbauweise bis Anfang Mai 2014.

Wildparkleiterin Karola Wendschuh erzählte, dass viele junge Menschen, von kleinen Schülern bis zu Studenten, in den Park kämen. Sie sollen etwas geboten bekommen. "Früher gab es in Dörfern wie Pinzberg Kühe und Schweine, heute sind es nur noch Hunde und Katzen. PC und TV sind heute der interessante Faktor für Kinder", meinte der Landrat. Die Landkinder unterschieden sich da kaum noch von denjenigen in der Stadt. Deshalb sei es umso wichtiger, die jungen Menschen mit der Natur und Umwelt, der Tier- und Pflanzenwelt vertraut zu machen. Im grünen Klassenzimmer sei der Sach- und Heimatkundeunterricht allemal attraktiver. Der Landkreis werde seinen Teil dazu beitragen, um die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.

Wenn dann nächstes Jahr das grüne Klassenzimmer steht, haben viele Gruppen ihre Ideen eingebracht: die Wildparkleitung, das Bauamt, das Schulamt, die Tourismus-Experten und auch die Volkshochschule.
Und noch eine weitere Idee gibt es: Künftig sollen die Wildparkbesucher auf einem eineinhalb Kilometer langen Naturlehrpfad Natur und Tierwelt live erleben können - pädagogisch hochwertig aufbereitet. Leader fördert das Projekt mit 136 000 Euro, die Oberfrankenstiftung mit 74 000 Euro. Der Landkreis nimmt nochmals stolze 130 000 Euro in die Hand. Michael Hofmann von der Zuwendungsbehörde sagte, generell sei der Landkreis Forchheim mit 1,3 Millionen Euro erhaltener Fördermitteln Spitze im Regierungsbezirk Oberfranken. Hofmann dankte Reinhardt Glauber dafür, dass er die Maßnahmen so wohlwollend flankiert und betonte: "Diese Bildungsstätte spricht alle Sinne an."