Wie ist das "Fahrradklima" in Forchheim? Das wollte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) wissen und startete eine Umfrage: In ihrem deutschlandweiten Städtetest bekam Forchheim die Schulnote 3,9. Im Ranking der ähnlich großen Städten liegt Forchheim damit, sowohl in Bayern als auch Deutschland, ziemlich genau im Mittelfeld. Im Vergleich zu 2016 verbesserte sich Forchheim bei der Fahrradfreundlichkeit nur minimal (damals Schulnote 4,0). 105 Forchheimer beteiligten sich am Fahrradklima-Test.

Für Fahrrad-Experten wie Frank Wessel vom ADFC Forchheim ist das Ergebnis keine Überraschung: "Es gibt allerlei Positives aus Forchheim zu berichten", betont er. Aber es gebe auch einiges zu bemängeln. Wie fahrradfreundlich Forchheim ist und welche Stärken und Schwächen es gibt, lesen Sie auf inFrankenPLUS oder in der gedruckten Ausgabe des FT vom 11. April 2019.

Forchheim bekommt ein neues Verkehrskonzept

Die Stadt Forchheim wird ein neues Verkehrskonzept erstellen. Darin wird auch der Radverkehr eine Rolle spielen. Der erste Schritt ist gemacht: Im Dezember 2018 stimmten die Stadträte für ein neues innerstädtisches Verkehrskonzept. Auch vor dem Hintergrund des ADFC-Fahrradklima-Tests hat die Stadtrats-Fraktion der Freien Wähler nun erste Ideen veröffentlicht, wie Forchheim fahrradfreundlicher werden könnte.

Die Stadt solle prüfe, ob "in anderen Kommunen bewährte und auch neue Modelle der Mobilitätsbildung für unterschiedliche gesellschaftliche Zielgruppen" für Forchheim anwendbar sind. Das beantragte Manfred Hümmer, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler. Welche Modelle genau konkretisierte er noch nicht.

Strategien und Potenziale

Gemeinsam mit dem Landkreis Forchheim sollen zudem "Strategien zur Radverkehrsförderung und Attraktivitätssteigerung des ÖPNV" entwickelt werden, um die Anzahl der motorisierten Einpendler nach Forchheim zu minimieren.

Des Weiteren sollen die Potenziale eines optimierten Radverkehrs für die lokale Wirtschaft, den Einzelhandel und den Tourismus eingeschätzt werden. Hümmer findet, dass man auch ein Konzept für die Verträglichkeit von Fuß- und Radverkehrsführungen brauche. Die tatsächlichen Gefahren von gemeinsamen Geh- und Radwegen müssten untersucht werden. Die Stadt solle zudem die Gefahren von unterschiedlichen "Radverkehrsführungsformen" analysieren - gerade an Haltestellen. Und man müsse herausfinden, wie Fehler im Fuß- und Radverkehr vermindert werden.

Konkret fordert Hümmer: Die Ladeinfrastruktur für E-Bikes müsste ausgebaut und hierbei mit lokalen Arbeitgebern kooperiert werden. Forchheim solle herausfinden, welche Fördermöglichkeiten es im Hinblick auf die Optimierung des Straßenverkehrs gebe - zum Beispiel den "Nationalen Radverkehrsplan 2020". Aus Sicht der Freien Wähler sei es zielführend, wenn die Stadt mit Fachbehörden, Interessensvertretungen wie dem ADFC oder fachkompetenten Dienstleistungsunternehmen zusammenarbeite.

Radwegekonzept im Süden

Auch der Kreis-Bauausschuss beschäftigte sich am Dienstag mit dem Radverkehr. Das Radwegekonzept in Forchheim-Süd nimmt weiter Gestalt an: Die Stadt Forchheim hat den Kreisverkehr mit Anschluss zum Pendlerparkplatz gebaut.

Der Ausbau des Unfallschwerpunkts Kreuzung Kreisstraße FO 25/Staatsstraße 2244 zum Kreisverkehr mit Anbindung Geh- und Radweg ist voraussichtlich für Herbst 2019 geplant. Die Grunderwerbsverhandlungen laufen noch. Die Autobahnbrücke der FO 25 wird laut Autobahndirektion Nordbayern erst in 2020/2021 erneuert. Die Straße von der neuen Autobahnbrücke zum neuen Kreisverkehrs bekommt auch einen Geh- und Radweg.

Für die Vorplanung der Geh- und Radwegebrücke bei Hausen hat die Gemeinde bereits 25 000 Euro eingestellt. Nach ersten Schätzungen könnte dieses förderungsfähige Bauwerk rund 500 000 Euro kosten.