In der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) "Kreuzberg" Hallerndorf stand Vorsitzender Bernhard Roppelt am Rednerpult vor einem prall gefüllten Saal. Dort saß ein sachkundiges Publikum, vor dem Landrat Hermann Ulm (CSU) das Hauptreferat des Abends hielt. Er sprach zum Thema "Nachwachsender Rohstoff Holz im Landkreis Forchheim".

Es war quasi ein Heimspiel für Ulm, der selbst einen kleinen Privatwald besitzt und über Jahre im Ausschuss der WBV Fränkische Schweiz tätig war. 24 000 Hektar Wald gibt es im Landkreis, das entspricht einer Flächenanteil von 37,5 Prozent. Damit liegt man ziemlich genau im bayerischen Durchschnitt von 37 Prozent. Welchen Geldwert die volkswirtschaftlichen Leistungen der Waldbauern in ihren Wäldern erbringen, stellte der Landrat in mehreren Beispielen - Holzverkauf, Erholungsfunktion oder Wasserspeicherung - vor.


Das Holz als Energieträger

Als Amtsleiter der Unteren Naturschutzbehörde habe er, Ulm, aber auch die Grundsätze des Naturschutzes zu beachten. Wobei Ulm hier eine "gute Grundlage für eine erfolgreiche und dauerhafte Partnerschaft" aufgrund der großen Bandbreite an Übereinstimmungen sieht.

Und: Lediglich 0,6 Prozent der Landkreisfläche sind Naturschutzgebiet, davon ist wiederum nur ein Bruchteil Wald. Dort bestehen die strengsten Regeln ebenso wie bei den "geschützten Landschaftsbestandteilen". Sie machen laut Ulm 0,5 Prozent im Kreis aus.

Dem Holz als Energieträger werde auch in Zukunft im Landkreis weiter Bedeutung zukommen, blickte Ulm positiv in die Zukunft. Neben den vielen kleinen Verbrennungsanlagen im privaten Bereich spielen derzeit im Kreis auch die sieben größeren Biomasseheizwerke mit einer Leistung von 13 Megawatt eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Über Liefergemeinschaften beteiligen sich eine Vielzahl an Waldbesitzern an der regionalen Wertschöpfung. WBV-Vorsitzender Bernhard Roppelt legte einen kurzen Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Jahr ab.

Die WBV "Kreuzberg" besteht demnach aus 865 ordentlichen und etwa 150 föderalen Mitgliedern. Sie ist organisiert in 34 Ortsverbänden, die sich über drei Landkreise erstrecken. Die Mitglieder der WBV bewirtschaften etwa 3650 Hektar Privat- und Körperschaftswald. "Ich glaube nicht, dass jeder Waldbesitzer weiß, ob er von Natura 2000 betroffen ist oder nicht", mutmaßte WBV-Chef Roppelt.

Ein Plus von 70 Prozent

Scharfe Worte fand Roppelt in Bezug auf das Betretungsrecht des Waldes. Es werde nach seiner Meinung zum Teil deutlich missbraucht: "Geocaching, Mountainbiking oder sonstige Freizeitaktivitäten im Wald halten die Tierwelt Tag und Nacht in Bewegung. Durch die ständige Beunruhigung entsteht erhöhter Verbiss in den Naturverjüngungen."

Gute Zahlen aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr konnte WBV-Geschäftsführer Matthias Koch vorlegen.
7200 Festmeter Holz wurden 2014 vermarktet - das entspricht einem Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr.