"Ich bin ja eigentlich kein Freund von Ehrungen und Medaillen, aber das ist auch für mich etwas Besonderes", sagt Heinrich Kattenbeck aus Kirchehrenbach und zeigt ein Schreiben von Staatsministerin Melanie Huml (CSU).

In eben diesem Schreiben wird Kattenbeck für den 9. Mai nach Bayreuth eingeladen. Dann will ihm die Ministerin dort stellvertretend für Bundespräsident Joachim Gauck das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichen und Kattenbeck für seine herausragenden Verdienste würdigen.


Glückliche Entscheidung

Gemeint sind damit Kattenbecks besonderen Leistungen um das Gemeinwohl sowie im sozialen und karitativen Bereich. "Der Einsatz für andere bedeutet für mich Lebensglück, Lebenslust und Lebensfreude", versucht Kattenbeck sein Engagement für seine Mitmenschen zu erklären.

Sein Glück habe er 1958 als Sanitäter gemacht, denn da lernte er seine Frau Renate kennen. Eine wahre Lust war ihm das Ehrenamt von Anfang, da es ein Ausgleich zum Beruf gewesen sei und Kattenbeck mit Gleichgesinnten für die Gemeinschaft etwas erreichen konnte. "Und Ehrenamt macht Freude und Spaß, weil man 100-fach etwas Positives zurück bekommt", freut sich der Geehrte.

"Kann man nicht machen!" - das gibt es bei Heinrich Kattenbeck nicht. Im Juni wird er 77 Jahre alt und engagiert sich nach wie vor für Mensch und Tier. "Wir alle sollten nicht nur nebeneinander wohnen, sondern miteinander leben und füreinander da sein", philosophiert Kattenbeck.
Diese Einstellung habe seine Familie geprägt. Vater Ludwig war Leiter der Kriminalpolizei Forchheim, Mutter Katharina war unter anderem bei der Caritas und als Missionshelferin tätig. Heinrich Kattenbeck war das vierte von sechs Kindern.


Das Geben bereitet im Freude

Außerdem prägte ihn die klösterliche Erziehung im Internat der Benediktiner Abtei in Münsterschwarzach. "Anselm Grün war mein Schulkollege", erinnert sich Kattenbeck an die gemeinsame Zeit mit dem berühmten Mönch.

So habe er früh in der Jugend gelernt, dass man Geben soll ohne Nehmen zu wollen. Und dass das Geben Freude bereitet. "Als Kinder haben wir viel gespielt, aber auch gearbeitet. Doch besonders das Spielen hat uns geprägt und auf das Leben vorbereitet", erinnert sich Kattenbeck. Denn bei den Spielenachmittagen habe er gelernt, dass man einerseits auch verlieren können muss und anderseits bei allen Dingen manchmal auch Glück benötigt. "Das habe ich an meine Kinder Thomas und Susanne weitergegeben und auch an meine Enkelin Luca und meinen Enkel Hannes", erklärt Heinrich Kattenbeck.

Und wer verliert, der wird liebevoll getröstet. "Liebe ist das höchste Gut, das wir haben. Und genau das wird im Ehrenamt weitergegeben", meint der Geehrte.


Ganz in seinem Element

Wie das Leben nun einmal so spielt, es gibt auch im Ehrenamt nicht nur Positives. "Man braucht einen breiten Buckel, wenn man so viele Ehrenämter innehat wie ich", seufzt Kattenbeck. Denn wer viel macht und Erfolg hat, hat auch Neider. "Da ich die Meinung eines anderen respektiere und ihm nichts überstülpen will, aber auch weil ich kein Feindbild habe, hält man mich manchmal für arrogant", meint Heinrich Kattenbeck nachdenklich.

Doch dann stehe ihm seine Frau zur Seite und motiviere ihn weiterzumachen. Schließlich ist sein Motto "Wer mich ärgert, das bestimme ich." Und dann ist Kattenbeck gleich wieder in seinem Element: Menschen begeistern, motivieren und zum gemeinsamen Ziel führen. Seine Motivation holt sich Kattenbeck aus dem Gedanken, etwas Nachhaltiges für Mensch und Tier getan zu haben. Denn der Geehrte weiß: "Wenn ich für eine Sache werbe, dann werbe ich doch nicht für mich, sondern eben für diese gute Sache, von der alle etwas haben."