Als Planungshilfe wollte Christine Sandmeier vom Bayerischen Landesamt für Umwelt die jüngste erstellten Gefahren-Hinweiskarten für die Stadt und den Landkreis Forchheim verstanden wissen. In dem Kartenwerk sind Geo-Gefahren, insbesondere Hangrutschgebiete farblich markiert. Allerdings, so schränkte Christine Brandmeier ein, gebe der Atlas keine Auskunft über die Wahrscheinlichkeit eines Hangrutsches.

Und: "Der im Maßstab 1:25 000 erstellte Plan ist nicht mit einer Bau-Verbotskarte gleichzusetzen", stellte die Geowissenschaftlerin klar. Vielmehr werde durch die Darstellungen auf Risiken und Nutzungsbeschränkungen hingewiesen. Die Verantwortung liege bei den Betroffenen. Architekten und Bauherren seien gut beraten, sich der Daten des Landesamtes für Umwelt, die gratis zur Verfügung stünden, zu bedienen.

Gesteins- bzw Erdbewegungen in und um Forchheim wurden insbesonders an den Buckenhofener Hängen und am Weingartsteig festgestellt. Untersucht wurde das gesamte Stadtgebiet. Das Problem: Wasser aufnehmenden Sandsteinschichten liegen auf wasserundurchlässigem Feuerletten. Hat sich die Deckschicht wie ein Schwamm mit Wasser voll gesogen, kann dies dazu führen, dass der Hang ins Rutschen gerät. Dies, so Christine Brandmeier sei auch durch Laständerungen, sprich eine Bebauung möglich.

Keine neuen Erkenntnisse

Für Oberbürgermeister Franz Stumpf und die Mitglieder des Planungsausschusses nichts Neues. Die Rutschgefahr am Weingartsteig ist seit langem bekannt, weshalb bereits vor über zehn Jahren ein Gutachter beauftragt wurde, der das Gebiet hinsichtlich seiner Bebaubarkeit untersuchen sollte.

"Der jetzt vorgelegte Atlas bestätigt die Ergebnisse von damals", unterstrich Oberbürgermeister Franz Stumpf, der aber anfügte: "Gleichwohl gibt es Gebiete, die schreien nach einer Bebauung." Immer wieder werde die Stadt mit Bauvoranfragen aus dem sensiblen Bereich konfrontiert. Bisher habe sich nichts getan, weil sich ein Baulandmodell nicht realisieren habe lassen und weil das Bauen auf dem schwierigen Untergrund recht teuer werden könne.

Wie Christine Brandmeier erläuterte, seien die Sandsteinschichten, die in Bewegung geraten könnten, bis zu 25 Meter stark. So tief müssten Gründungen vorgenommen werden, um die Stabilität von Bauwerken zu garantieren.

Hinzu kommt: "Selbst wenn es seit Jahrzehnten keine Erdbewegungen gegeben hat, kann man die latente Gefahr nie ganz ausschließen", bedauerte Brandmeier .

Problembewusstsein schärfen

So sollen die Gefahren-Hinweiskarten das Problembewusstsein schärfen. Die zusammengetragenen Daten seien wesentliche Voraussetzung, um zu verhindern, dass von Hangbewegungen bedrohte Gebiete unbedacht bebaut und besiedelt werden. Bei der Ausweisung eines Baugebietes in einem gekennzeichneten Bereich müssen sich die städtischen Gremien mit den Risiken auseinandersetzen.

Die rot markierten Flächen betreffen laut Oberbürgermeister Franz Stumpf exakt 5, 2 Prozent der Siedlungsfläche der Stadt.