Die Häuser im Baugebiet "Boint" in Hallerndorf könnten zentral mit Wärme von der Naturstrom AG versorgt werden. Noch kein fertiges Konzept, aber viele Beispiele zur Realisierung eines derartigen Projekts präsentierten Lisa Badum und Maximilian Rapp von der Naturstrom AG jetzt den Mitgliedern des Gemeinderats Hallerndorf.
Bürgermeister Torsten Gunselmann (FW Schn-St.) hatte sich erkundigt, ob es entsprechende Möglichkeiten zur alternativen Erzeugung von Wärme und Energie für das neue Baugebiet und daran angrenzende Gebiete gebe.


Mehrere Vorteile

Im oberpfälzischen Lupburg ist eine solche Anlage seit Oktober 2014 in Betrieb, hier ist das dazu gehörige Nahwärmenetz quasi in Bürgerhand, da hierfür eine Genossenschaft gegründet worden ist.

Während die notwendige Grundlast an Wärme in Hallerndorf beispielsweise von einer Wärmepumpe erzeugt werden könne, die ihre Wärme aus der Aisch beziehe, könne die Spitzenlast von einem Hackschnitzelheizwerk abgedeckt werden.

Das werde nur dann gebraucht, wenn es wirklich kalt wird, erklärte Maximilian Rapp. Vorteile gebe es eine ganze Menge: Die Häuslebauer bräuchten weder Heizraum noch Kamin und auch die Kosten für Schornsteinfeger und Wartung seien perdu. Die Gemeinde selbst könnte sich derweil über die Steuereinnahmen freuen. Auch die Schule, die derzeit noch mit Strom aus der Steckdose heizt, könnete an diese Nahwärmeversorgung angeschlossen werden. Ebenso die Schulturnhalle, deren Kessel momentan defekt und undicht sei.


Weniger Abgase

Werner Fischer (WG Hallerndorf) zeigte sich begeistert: "Ich halte das für zukunftsträchtig!" Vielen Menschen stelle sich doch die Frage, wie sie beim Heizen weg vom Öl kommen können.

Jetzt gelte es, bei den Interessenten des Baugebietes anzufragen, ob sie sich die aufgezeigte Form der Nahwärmeversorgung vorstellen könnten.

Eine Hallerndorferin, die als Zuschauerin in der Gemeinderatssitzung saß, wollte wissen, welche Emissionen bei einer solchen zentralen Wärmebereitung entstünden. Rapp erklärte, dass aus dem Kamin einer solchen Heizanlage weniger Abgase in die Umwelt entweichen würden als bei einem privaten Einfamilienhaus. Die Naturstrom AG solle ein Konzept ausarbeiten. Für die weitere Planung dieses Projektes votierten die Gemeindevertreter einstimmig.