In Kooperation mit der Doktor-Robert-Pfleger-Stiftung Bamberg errichtet die Diakonie Neuendettelsau in der Sattlertorstraße das Kompetenzzentrum "Beraten - Wohnen - Pflegen". "In drei hellen, architektonisch anspruchsvoll durchgestalteten Gebäudeteilen entsteht Raum für 96 Menschen mit Demenz", betonte der Leiter der Diakonie Neuendettelsau, Hermann Schönauer, bei der Grundsteinlegung.

"Der Herr ist Sonne und Schild" - dieser Psalm auf dem Grundstein werde auch Losungswort des Hauses, versicherte Schönauer, der diese Botschaft als Heilmittel gegen übertriebene Besorgtheit, gegen Lamentieren und Miesmacherei verstanden wissen wollte.

Im Mittelpunkt der Einrichtung stehe immer der Mensch mit seinen ganz persönlichen Bedürfnissen. Deshalb verfolge die Diakonie einen individuellen Ansatz, der sich auch in der Architektur und der Einrichtung widerspiegelt. "Flexibel, modellhaft und innovativ" nannte Schönauer das Konzept, das von einem ganzheitlichen Betreuungs- und Pflegeangebot mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt ausgeht. Die Inbetriebnahme des Hauses, in das die Diakonie fast 15 Millionen Euro steckt, stellte er für Januar 2014 in Aussicht.

Für Leute die Betreuung brauchen

Bestimmt ist das Haus für Menschen, die im Alltag nicht mehr zurechtkommen, weil sie altersverwirrt sind und daher einen erhöhten Betreuungsbedarf haben. Die Bewohner leben in kleinen Wohnstrukturen mit jeweils zwölf Plätzen, die für die Mitarbeiter in einer größeren Organisationseinheit verbunden sind.

In seinem Grußwort unterstrich Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO), dass die Entscheidung für das Demenzzentrum richtig gewesen sei. Erfreulicherweise sei der Bau reibungslos verlaufen. Vizelandrat Georg Lang (CSU) zeigte sich besonders beeindruckt vom zügigen Baufortschritt. Lang hoffte, dass das, vom Berliner Architekten Eckhard Feddersen geplante Kompetenzzentrum sich auch zu dem versprochenen Mekka derer entwickeln werde, die innovative Pflege kennenlernen wollten.

Der Regionalleiter der Diakonie Neuendettelsau, Richard Winkler, betonte, dass es bereits jetzt eine rege Nachfrage für die Gewerberäume aus dem Bereich Gesundheitswesen, Beratung und Nahversorgung gebe. Auch mit der Rekrutierung der Pflegekräfte werde begonnen.

Rituale sind wichtig

Rainer Drewello, Chef der Robert-Pfleger-Stiftung, sprach von praktizierter Nächstenliebe und Menschlichkeit. Er unterstrich die Bedeutung von Spatenstich, Grundsteinlegung und Richtfest. Diese Rituale gingen zurück bis ins 14. Jahrhundert. Architekt Feddersen versprach: "Dieses Haus wird etwas ganz Besonderes." Es biete sehr viel mehr Individualität und viel mehr Wohnlichkeit. Seinem Forchheimer Kollegen Herbert Amtmann bescheinigte er ausgezeichnete Arbeit. Zeit und Kostenrahmen seien eingehalten Und er ermuntere ihn: "Wenn Sie hier fertig sind, kommen Sie nach Berlin und vollenden den Flughafen."