Wenn der Hausarzt zum Indianer wird, der Bürgermeister zum Tänzer im Männerballett und der Polizeihauptkommissar zur Stimmungskanone - dann ist Fasching in Gößweinstein.
Die Rede ist von den zwei Prunksitzungen der Faschingsgesellschaft Narrenkübel Gößweinstein in einem jeweils voll besetzten Saal des Pfarrzentrums am Kreuzberg. Beide Abende zeichneten sich besonders durch die überragenden Darbietungen der zahlreichen Garden, des Männer- und Weiberballetts sowie natürlich der beiden Tanzmariechen Anna-Lena Berner und Anette Dresel aus.


Artikel aus dem Erotikversand

Besonders viel Lokalkolorit war am Freitagabend zu erleben, nachdem sich die Politprominenz mit Landrat Hermann Ulm (CSU) an der Spitze angesagt hatte.

In so mancher Büttenrede und so manchem Sketch bekamen die Kommunalpolitiker kräftig ihr Fett ab. Beispielsweise von Büttenredner Andy Schmidt, der als Erotikartikelverkäufer die Bestellungen seiner Kunden notierte. Ex-Bürgermeister und heutiger Gemeinderat Georg Lang hatte zum Beispiel Sado-Maso-Spielzeug geordert und Jürgen Kränzlein als "Roter" natürlich rote Kondome. Später war Andy Schmidt noch einmal mit seinem Musikerkollegen Tom Lang als alternde Amigos zu sehen, die es sehr gemächlich angehen ließen.


Auf Kosten des Bürgermeisters

"Das Höllenfeuer" und "Das Rathaus", zwei Sketche aus der Feder von Ehrenpräsident Franz Macht, hatten es in sich. Macht selbst trat als Nikolaus, Osterhase und Winnetou auf. Beim Sketch "Das Höllenfeuer" schlüpfte Sitzungspräsident Stefan Dresel in die Rolle von Bürgermeister Hanni Zimmermann, der darin gerade eine Ausbildung zum Feuerwehrmann absolviert.

Zimmermann musste in sieben Vorhöllen das Feuer löschen und traf dabei auf so illustere Gestalten wie die Gebrüder Aldi (Matthias Stenglein und Stefan Grüner), Seniorenzentrums-Investor Helmut Stranzinger (Hans-Peter Wolf), Schorsch Lang (Holger Kade), den Vermieter vom Café Sonne (Michael Stenglein, Jürgen Kränzlein (Marcel Zweck), den Griechen Sottros (Frank Poser) und Daniela Drummer (Annette Deinhardt). Von den Tänzen besonders schön anzuschauen waren die großen Garden in ihren neuen Kostümen sowie die Akrobatik der beiden Tanzmariechen Anette Dresel und Anna-Lena Berner sowie der Showtanz "Burlesque". Die hübschen Damen der Prinzengarde ließen hier die Männerherzen höher schlagen.

Der krönende Abschluss war wie immer der Tanz des Männerballetts, dessen Mitglieder als Bauarbeiter ihre Muskeln spielen ließen. Das Weiberballett wollte da nicht zurückstecken und überzeugte als Versammlung gackernder Hühner.
Urkomisch waren auch Marcel Zweck und Michael Stenglein als "Waltraud und Mariechen von Gößweinstein". Eine ebenso ulkige Nummer steuerten Bernie und Holli bei, die in einem hoch technisierten Audi zur Schwiegermutter Hollis fahren wollten.