In der betroffenen Kersbacher Straße kann man sich ein Bild machen und Stimmen der Bürger einfangen. Die Transparente "Pro Umgehung" des Ortes stechen ins Auge. Am Ortseingang wohnt Werner Greif. Sein Plakat ist eindeutig.

"Ich sehe die geplante Strecke nicht als Neubau. Die B470 ist in Forchheim und soll dort auch bleiben. Ich kann die Bedenken der Wiesenthauer und der BI verstehen und plädiere für eine kleine Lösung, eine Umgehungsstraße von Gosberg. Das schont die Flur. Allerdings bei täglich mittlerweile 15 000 Fahrzeugen, einer unerträglichen Situation, muss diese Lösung her. Das Problem durch den Ausbau der Schiene bei unveränderter Straßensituation, wie es bei der Bürgerinitiative als Gegner einer Umgehungsstraße propagiert wird, halte ich für Wunschdenken und Träumerei. Die Leute aus dem Hinterland müssen zur Arbeit, brauchen ihr Auto."

Reinhard Wagner, Landwirt, fragt nach, ob Heinrich Kattenbeck als Gegner der Umgehung privat auch so verkehrsbelastet wohne. "Wir sind auch Landwirte und schätzen unser Land. Den Verkehr hält man hier nicht mehr aus. Eine Lösung muss her, dabei sollen keine Riesenflächen verbaut werden. Ich bin Selbstvermarkter. Wer mich finden will, findet mich auch bei einer Umgehung", ist er überzeugt.


Es gibt noch zwei bis drei weitere Selbstvermarkter im Ort, die betroffen sind. Bernhard Greif als Anlieger meint, es gebe keinen Ruhetag mehr, Gosberg sei das Nadelöhr. Der Schwerlastverkehr verschlimmere die Situation. "Die Umgehung ist die einzige Alternative für ein lebenswertes Dorf", fügt er hinzu.

"Ich halte nichts von der Demo der BI und die Ich-bin-dagegen-Mentalität", meint sein Nachbar Alexander Stöhr. Man solle besser für Lösungen, hier für eine naturverträgliche Umgehung, eintreten. "Unser Raum profitiert von einer guten Wirtschaftslage, da geht es nicht ohne entsprechende Infrastruktur. Nicht wer am lautesten schreit, sollte sich durchsetzen, sondern wer Fakten auf den Tisch legt. Wir haben eine der am meistbefahrenen Staatsstraßen Deutschlands", meint Stöhr.

Bürgermeister Reinhard Seeber (CSU/BB) hat sich klar positioniert. "Wir fordern die Umgehung für Gosberg, ich stehe voll dahinter. Das Projekt muss in den Verkehrswegeplan 2015 aufgenommen werden. Seit Vollendung der Westspange hat sich der Verkehr von 11 000 auf 14 500 Fahrzeuge pro Tag erhöht. Herr Kattenbeck sagt einmal ja zur Umgehung, dann wieder nein." Auffallend ist: Keiner der Befragten bevorzugt die Ostspange als Ganzes, wohl aber nachdrücklich die Umgehung von Gosberg. Die Gespräche am Rand der Durchgangsstraße müssen auf Grund des permanenten starken Verkehrslärms mit großem Stimmaufwand geführt werden. Dass ein Kind oder ältere Menschen die Straße bei dieser Verkehrssituation gefahrlos überqueren, ist nahezu unmöglich.