Pfarrer Wolf begrüßte die christliche Gemeinde und die Vereine in der Filialkirche Maria Schnee in Bärnfels mit dem Worten : "Lasst euch nicht entmutigen." Im Besonderen sprach er damit den FSV Bärnfels an, der sein 50-jähriges Bestehen feierte. Wolf dachte an die vielen Aufgaben, die Vereine ehrenamtlich ausüben: Man müsse das gleichmäßig auf viele Schultern verteilen.

Nach dem Festgottesdienst ging es im Festzug zu den Klängen der Jugendblaskapelle St. Laurentius zum Festakt im Schulhof der Grundschule. In der Aula der Schule schloss sich der Festkommers an.

Lange Gästeliste

"Grüßt euch Gott miteinand" ließ die FSV-Singgruppe Bärnfels die Gäste zur Eröffnung unter der Leitung von Katharina Grill hören. Dem Vorsitzenden des FSV Bärnfels, Christian Habermann, war es vorbehalten, die vielen Gäste zu begrüßen. Neben der langen Liste lokaler Persönlichkeiten hieß er besonders den Schirmherrn und Vorsitzenden des FSV-Hauptvereins, Reinhardt Glauber, willkommen.

Viel Beifall erhielt Trachtenschneiderin Helga Baumann. Die aktuelle Bärnfelser Tracht fand auch an diesem Abend viel Lob.

Bürgermeister Markus Grüner beschäftigte sich mit dem Begriff Heimat. Jeder, der einmal auf der Burgruine war, den Blick auf das optisch wie sinnbildlich von Kirche, Schule, Sportplatz und Burgruine eingerahmte Bärnfels geworfen hat, versteht, warum der Bürgermeister geradezu ins Schwärmen kommt. Noch dazu, wo das Wahrzeichen, der Burgfelsen, zum FSV-Jubiläum am Abend romantisch beleuchtet war.

Vorbildliche Pflege

Dem FSV dankte Grüner für die vorbildliche Pflege der rund 500 Kilometer Wanderwege und der Pflege der Burgruine. Grüner hebt den wertvollen Beitrag zum Erhalt der ländlichen Kultur hervor und freut sich über die Sänger des FSV in Tracht.

Bereits tags zuvor hatte die Gemeinde ihr Geschenk "überreicht", eine Treppenanlage an der Burgruine, die mit einem "Treppenseidl" eingeweiht wurde.

Stellvertretende Landrätin Rosi Kraus verwies auf die vielen Aufgaben, die der FSV als "Kümmerer" im Dorfleben wahrnimmt. "46 Gründungsmitglieder weckten Bärnfels aus dem Dornröschenschlaf", meinte sie.

Für die Volksbank Obertrubach bergab Geschäftsleiter Markus Habermann 500 Euro als Geschenk. In die Atmosphäre passte, dass die Singgruppe des FSV das Fränkische- Schweiz-Lied anstimmte und fast ein wenig Gänsehaut aufkam.

Die Zweite Vorsitzende des FSV-Ortsvereins, Christine Berner, ließ die zurückliegenden 50 Jahre nochmals aufleben, seit sich am 23. März 1969 im Gasthaus "Drei Linden" 46 Männer und Frauen zusammenfanden und den FSV ins Leben riefen. Zunächst engagierte sich der Verein fast ausschließlich für Fremdenverkehrsaufgaben, der Tourismus wuchs auch rasant. 1973 legte man sich die erste Tracht zu, die in den letzten Jahren weiterentwickelt wurde.

Viele bekannte Namen wie die frühere Schulleiterin Eleonore Martin, Erhard Ruder oder Georg Lang wurden genannt. Die 700-Jahrfeier des Dorfes 1985 sei prägend gewesen. Letztlich sei es die Einzigartigkeit der Heimat, die es zu erhalten gelte.

Eine Augenweide

"Ich gratuliere euch im Namen von 44 FSV-Ortsgruppen und dem Vorstand des FSV-Hauptvereins", sagte Reinhardt Glauber. "Euer Einsatz ist Zeichen eines guten Miteinanders und einer harmonischen Dorfgemeinschaft", würdigte er die Arbeit des Jubelvereins. Glauber zeigte sich begeistert von den Trachten in Bärnfels. Sie seien wunderschön, nicht statisch, eine Augenweide.

Glauber ging ein auf die vielen Aufgaben des FSV, auf die einmaligen Osterbrunnen in 200 Orten der Fränkischen Schweiz, die andernorts schon kopiert werden, oder die Volksmusikpflege. Es sind eben anspruchsvolle Aufgaben, die es zu bewältigen gelte.

Zum Schluss stand die Ehrung verdienter Mitglieder an. Für 50 Jahre waren es die Gründungsmitglieder Gertrud Habermann, Hans Häfner, Renate Lang, Hedwig Müller, Lina Müller, Barbara Röhrer, Gregor Schmitt, Georg Vogler und Lorenz Wiegärtner. 40 Jahre dem Verein treu sind Ludwig Häfner, Rosa König, Heinz Müller, Gudrun Schönheiter, Hilde Wiegärtner und Maria Wiegärtner. 25 Jahre dabei sind Michael Lang, Stefan Lang, Sylvia Müller, Rita Rümpelein sowie Georg Schmitt.

Besonders würdigten Christian Habermann und Christine Berner die Verdienste von Bernhard Brütting, der sich für die Pflege der Wanderwege einsetzt. Erhard Ruder betreute lange das Bildarchiv des Fränkische-Schweiz-Hauptvereins.