Am Dreifaltigkeitssonntag wird in der Basilika Gößweinstein das Patronatsfest gefeiert. Mehr als 20 Wallfahrten mit mehr als 3000 Menschen kommen normalerweise an diesem Wochenende in den größten Dreifaltigkeitswallfahrtsort Deutschlands. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie ist auch am Gnadenort zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Gößweinstein vieles anders. Auch am Patronatsfest wird von den Sicherheitsvorschriften keine Ausnahme gemacht. Lediglich 56 Gläubige statt 500 können in der Basilika mitfeiern. Wegen Regens ist der Aufenthalt um die Basilika herum sehr unangenehm. Trotzdem harren einige wenige mit Abstand voneinander vor dem Portal aus. Vor Beginn des Pontifikalgottesdienstes gibt Mesner Reinhold Hutzler die corona-bedingten Verhaltensregeln bekannt. Mit Minimalbesetzung an liturgischem Dienst zieht der Bamberger Weihbischof Herwig Gössl in die Basilika ein. Die Ständer für die Wallfahrtsbilder bleiben in diesem Jahr leer - ebenso die Gastwirtschaften und Straßen von Gößweinstein. In seiner Begrüßung verweist Pfarrer Pater Ludwig Mazur (OFM) darauf hin, dass die Corona-Pandemie die Welt in einem nicht vorstellbaren Maß verändert habe. Die Fantasie des grenzenlos Machbaren sei als hohl entlarvt worden. Das "Miteinander und Füreinander" ist auch der Leitgedanke von Weihbischof Herwig Gössl. Er spricht die anwesenden Christen an, die für viele, die heute nicht da sein könnten, beten und singen würden. Er spricht aber auch die kleinen Wallfahrtsgruppen von zwei, drei Personen an, die er auf seiner Fahrt nach Gößweinstein gesehen habe. In seiner Predigt geht Weihbischof Gössl auf das Wesen der Dreifaltigkeit ein. "Unser Gott, so sagt die Lehre von der göttlichen Dreifaltigkeit, ist in sich Beziehung. Eine Beziehung mit überströmender Liebe. Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat." Auch in diesen Tagen sei die Feier der Sakramente kein Luxus, auch wenn die Sicherheit der Mitfeiernden gewährleistet sein müsse. Auch der Religionsunterricht dürfe nicht auf Dauer ausfallen, ebenso wie die Treffen zur Kommunion- oder Firmkatechese. Schließlich gelte es auch, die materielle und seelische Not zu lindern. Hierbei denke er gerade an die älteren und kranken Menschen, denen jede persönliche Zuwendung genommen sei. "Diese unsere Welt braucht Gott, der in sich überströmende Liebe ist", zeigte sich Weihbischof Gössl überzeugt. Am Ende des Gottesdienstes dankte er der feiernden Gemeinde für ihre Treue, Zuverlässigkeit und Geduld. Mesner Reinhold Hutzler trug die Lesungen aus dem Buch Exodus und dem zweiten Brief des Apostels Paulus vor. Organist und Kantor Georg Schäffner gestaltete den Pontifikalgottesdienst musikalisch. Nicht zuletzt sorgten Pfarrgemeinderatsvorsitzende Kathrin Heckel und die Pfarrgemeinderats- und Kirchenverwaltungsmitglieder Steffi Bezold, Sabine Neuner und Josef Geck für das Einhalten der Sicherheitsvorschriften. "Die Teilnahme am Gottesdienst muss mit einem guten Gefühl erfolgen können", sagte Pater Ludwig Mazur.