Die Planungen für die Sanierung des Franziskanerklosters in Gößweinstein können weitergeführt werden. Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hat dafür grünes Licht gegeben.

Der Forchheimer Stimmkreisabgeordnete Michael Hofmann (CSU) war nach eigenen Angaben als Mitglied des Haushaltsausschusses im Vorfeld der Sitzung aktiv. "Letztlich hat der Ausschuss der Fortsetzung der Planungen ohne Gegenstimme zugestimmt", freut sich Hofmann über diesen Schritt. "Das heißt nicht", so Hofmann weiter, "dass morgen schon die Baufahrzeuge anrollen."

Immerhin gehe es um Sanierungskosten in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro, die der Freistaat Bayern dafür eingeplant hat. Einen Teil der anfallenden Kosten soll die Erzdiözese Bamberg übernehmen. Denn die staatseigene Klosteranlage wird von Franziskanermönchen bewohnt. Über die konkrete Summe wird noch verhandelt.

Bedeutung des Klosters

"Die Bedeutung des Klosters und der Franziskanermönche für Gößweinstein und die Fränkische Schweiz kann eigentlich gar nicht überschätzt werden", hebt Hofmann hervor. Den Verantwortlichen in der Gemeinde und der Erzdiözese sei er dankbar, dass sie aktiv geworden seien.

Frühzeitig hatte auch der frühere CSU-Bürgermeister und heutige Kirchenpfleger Georg Lang den Forchheimer Landtagsabgeordneten eingeschaltet. Lang hatte dem Abgeordneten deutlich gemacht, dass von einer schnellstmöglichen Sanierung der Verbleib der Franziskaner in Gößweinstein abhängt. "Die Franziskaner sind für die Wallfahrt und unsere Pfarrei von existenzieller Bedeutung", unterstreicht der Kirchenpfleger. "Gößweinstein mit der Basilika als sakrale Mitte der Fränkischen Schweiz und als Wallfahrtsort zur Heiligsten Dreifaltigkeit hat eine Ausstrahlung weit über die Region hinaus", erläutert Georg Land, "es sind sicherlich Hunderttausende von Menschen, die Jahr für Jahr hier in Gottesdiensten oder im persönlichen Gebet um Trost und Hilfe beten und dies auch erfahren. Die seelsorgerliche Betreuung dieser Menschen ist nur mit einer ausreichenden Anzahl von Geistlichen zu gewährleisten."

Denkmalgeschütztes Ensemble

Die Liegenschaft der Klosteranlage befindet sich an der Viktor-von-Scheffel-Straße 1 und bildet zusammen mit der angrenzenden ehemaligen Klosterkirche ein denkmalgeschütztes Ensemble. Die Liegenschaft besteht aus drei Grundstücken, die sich im Eigentum des Freistaats Bayern befinden. Klosterkirche und Friedhofskapelle stehen im Eigentum der katholischen Kirchenstiftung Gößweinstein.

"Die Bestandsgebäude des Klosters, in dem die Franziskanerpater wohnen, sind seit den 1960er Jahren keiner größeren baulichen Veränderung oder Sanierung unterzogen worden. Der Gebäudestandard, insbesondere Wärmeschutz, Brandschutz und Barrierefreiheit, ist nicht mehr zeitgemäß", erklärt der Abgeordnete Hofmann die Notwendigkeit der Sanierung.

Mängel an der historischen Bausubstanz

Im Rahmen der Gesamtinstandsetzung müssen die haustechnischen Anlagen und Einrichtungen sowie Mängel an der historischen Bausubstanz beseitigt werden, damit die bisherige kirchliche Nutzung auch weiterhin gesichert ist. "Darüber hinaus dienen die vorgesehenen Baumaßnahmen der Erhaltung des Baudenkmals im Sinne des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes", führt Hofmann aus. Ein dickes Lob spricht der Abgeordnete dem Gößweinsteiner Pfarrer Pater Ludwig Mazur und Kirchenpfleger Georg Lang aus: "Sie haben intensive Vorarbeiten geleistet."

Was alles zu tun ist

Im Rahmen der Gesamtinstandsetzung sollen im Wesentlichen folgende Maßnahmen durchgeführt werden: Erneuerung sämtlicher Dacheindeckungen (einschließlich Unterkonstruktionen) sowie Einblechungen und Dachentwässerungen, wobei gleichzeitig partiell die Tragkonstruktionen der Dächer ertüchtigt werden; energetische Verbesserung der gesamten Gebäudehülle des Klostergebäudes (Wärmedämmung oberste Geschossdecke, Außenwände und Bodenplatte sowie Einbau neuer Fenster und Außentüren); Schaffung von fünf Gästezimmern mit jeweils eigener Nasszelle im Obergeschoss sowie insgesamt sieben Patres-Appartements, jeweils bestehend aus einem Wohn- und Schlafraum sowie einer Nasszelle, eines davon barrierefrei im Erdgeschoss; Schaffung eines barrierefreien, öffentlich zugänglichen Bereichs im Erdgeschoss (Seelsorge) einschließlich eines barrierefreien WC; Einbau einer neuen Wirtschaftsküche einschließlich Umbau; Abbruch des im 20. Jahrhundert errichteten Sanitäranbaus, nachdem die verbrauchten Anlagen durch Nasszellen in den Appartements ersetzt werden; Abbruch der wegen des starken Käferbefalls (Anobien) nicht mehr sanierbaren Nebengebäude "Holzlege" und "Trockenhalle" und Wiederaufbau in gleicher Holzkonstruktion; Wiederherstellen der Klostergartenanlage einschließlich der Instandsetzung der Einfriedungsmauer (Klostermauer) und Errichtung eines Carports für vier Autos sowie zwei nicht überdachte Stellflächen; Auslagerung der katalogisierten Kunstgegenstände wie Möbel, Skulpturen, Gemälde und Ikonen während der Bauzeit und Wiedereinbringung nach dem Abschluss der Baumaßnahme.