Am Dienstag bekommen die Mitglieder des Finanzausschusses der Stadt die Rechnung für das "Königsbad" serviert. In einer ausführlichen Bilanz hat Bäderchef Walter Mirschberger aufgeschlüsselt, auf welches jährliche Defizit sich die Verantwortlichen der Stadt einstellen müssen. Für 2011 liegt dieser Betrag knapp über einer Million Euro. 2012 wurde ein Betrag von rund 800.000 Euro "Miesen" erwirtscahftet.

Wohl gemerkt ohne die Abschreibung. Die kommt hinzu. Bei der Million aus dem Jahr 2011 und den 800.000 aus dem Vorjahr handelt es sich um das Defizit aus dem laufenden Betrieb.

Prognosen bestätigt

Dennoch zeigt sich Walter Mirschberger zufrieden. Jeder habe gewusst, dass ein Ganzjahresbad ein Draufzahlgeschäft werden würde. So eine Einrichtung könne niemand profitabel betreiben, findet Bäderchef Mirschberger. Er sieht die Prognosen weitgehend bestätigt.

Beispiel Besucherzahlen: "Wir haben die Akzeptanz auf 220.000 bis 280.000 Besucher geschätzt. Mit den 259.970 Besuchern sind wir also ganz zufrieden", erklärt Mirschberger. Sorgen bereiten ihm die steigenden Energiepreise. Allein die Heizkosten stiegen von 308.000 im Jahr 2011 auf 388.000 Euro im Vorjahr. Statt 70.000 Euro, die für die Wasseraufbereitung eingeplant waren, betrugen die tatsächlichen Kosten 148.024 Euro, mehr als doppelt so viel. "Das ist halt so", bekräftigt Mirschberger, denn den Mitbewerbern geht es nicht besser.

Die Fackelmann-Therme in Hersbruck erwirtschaftet trotz 300.000 Besuchern ein jährliches Minus von rund 1,3 Millionen Euro, wie Geschäftsführer KarlHeinz Wölfel bestätigt. Ebenfalls in dieser Größenordnung liegt das Defizit des "Bambados" in Bamberg. Ein direkter Vergleich mit dem Königsbad in Forchheim sei aber schwierig, schon allein wegen der Größe der beiden Bäder, findet Pressesprecher Jan Giersberg, der für 2012 rund 290.000 Besucher vermeldet. Für eine Stadt wie Bamberg gehöre ein Ganzjahresbad aber zur Infrastuktur.

Mit 310.000 Besuchern pro Jahr wartet das "Elypso" der 30.000 Einwohner zählenden Stadt Deggendorf auf. Dort stehen Einnahmen von 2,5 Millionen Euro Aufwendungen von 2,6 Millionen gegenüber. Bei Personalkosten von 1,3 Millionen für 68 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende, sei dem Elypso in den letzten Jahren mit einem Zuschuss zum laufenden Betrieb von 450.000 bzw. 350.000 Euro im Jahr 2012 eine Punktlandung gelungen. "Noch weniger Defizit geht nicht" behauptet Geschäftsführer Andreas Höhn.

Eintrittspreis entscheidet

"Geht doch", widerspricht Rainer Grasberger, Geschäftsführer des "Fürthermare" in Fürth, das jährlich 400.000 Besucher verzeichnet. Es gebe nun einmal einen Unterschied zwischen einem kommunal verwalteten und einem privat gemanagten Freizeitbad. Dies habe seine Ursachen in der Konzeption und natürlich auch in der Betriebsführung, urteilt Rainer Grasberger. Die um ein Vielfaches höhere Ertragskraft des Fürthermare schlage sich deutlich im Betriebsergebnis nieder, betont Grasberger, ohne Zahlen zu nennen.

Die liefert Walter Mirschberger: "Bei uns kostet eine Tageskarte für Erwachsene sechs Euro, für Jugendliche 3,50." Im Füthermare schlägt das Tagesticket für einen Erwachsenen mit 16, für einen Jugendlichen mit 14 Euro zu Buche. "So viel müssten wir gar nicht verlangen. Würde jeder Besucher drei Euro mehr bezahlen, hätten wir kein Defizit mehr."