"Danke für nichts": DLRG Forchheim wegen Party-Müll verärgert. Unbekannte haben sich am Wochenende Zutritt zum Gelände der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf der Forchheimer Schleuseninsel verschafft. Dort trafen sie sich offenbar in der Nacht auf Sonntag (18. Juli 2021) zum Partymachen. Doch damit nicht genug: Den angefallenen Müll ließen sie kurzerhand auf den Tischen und Stühlen der gemeinnützigen Organisation liegen. 

Bei den Rettungskräften des DLRG lösen die unschönen Hinterlassenschaften Verärgerung und Unverständnis aus. "Leider hatten wir mal wieder Gäste, die nicht wissen oder es nie gelernt haben, wie man fremdes Eigentum pflegt und wie man sich benimmt", schreibt der Forchheimer Ortsverband auf seiner Facebook-Seite. "Ein wundervoller Start in den Wachdienst heute", hält die DLRG ironisch fest. "Danke für nichts."

DLRG Forchheim wegen Abfall verärgert: "Lebt ihr in euren eigenen vier Wänden auch so sauber?"

In ihrem launigen und zugleich eindringlichen Post wenden sich die Lebensrettenden schließlich direkt "an die Verursacher" des Unrats: "Hat euch Mutti nicht beigebracht, dass man seinen Müll wieder mitnimmt und den Platz so verlässt, wie man ihn vorgefunden hat? Lebt ihr in euren eigenen vier Wänden auch so sauber?"

Über eine "hinterlassene Nachricht" der ungebeten Gäste zeigen sich die DLRG-Verantwortlichen indes erfreut. Die Unbekannten begingen nämlich einen Fehler: Neben leeren Wein-Tetra-Paks, Crackerverpackungen, Likorfläschchen, Pappbechern und zerbrochenen Glasflaschen ließ die Party-Crew auch einen Kassenbon an der DLRG-Wachstation zurück - samt dem Hinweis "Kartenzahlung". "Über deine hinterlassene Nachricht auf dem Kassenbon haben wir uns sehr gefreut", schreibt die DLRG.

Der Bon stammt vom 17. Juli, ist also aktuell. Nachdem mit EC-Karte gezahlt worden sei, lasse sich theoretisch über den Supermarkt der Käufer identifizieren, sagt Maik Baumgarten inFranken.de. Ob die DLRG-Mitarbeitenden diesen Weg wirklich bestreiten, ist noch unklar. "Wir sind uns durchaus bewusst, dass dabei wahrscheinlich nicht viel herauskommt", erklärt der Vorsitzende des Forchheimer Ortsverbands. "Aber zumindest wird die Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt." Über den Vorfall selbst sagt er lapidar: "Das Ganze ist einfach schade."

Appell an Müllverursacher: "Freuen uns über Entschuldigung in Form von Geldspenden"

Auf Facebook reden die Rettungskräfte dem mutmaßlichen Abfallverursacher derweil ins Gewissen: "Solltest du dich angesprochen fühlen und deinen Fehler eingesehen haben freuen wir uns natürlich über eine Entschuldigung in Form von Geldspenden für unsere ehrenamtliche Tätigkeit." Die DLRG-Verantwortlichen halten gleichwohl fest: "Zum Aufräumen ist es zu spät."

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Laut Baumgarten war die jüngste Angelegenheit nicht der erste Fall unliebsamer Besuche auf dem Forchheimer DLRG-Gelände auf der Schleuseninsel. "Neulich hatten wir erst ein Graffiti zu beklagen", moniert der Vorsitzende. "Die Hieroglyphen konnten wir aber nicht einmal entziffern." Des Weiteren verschafften sich Unbekannte nachts Zutritt zu zwei Rettungsbooten der gemeinnützigen Organisation.

DLRG-Vorsitzender: "In dem Ausmaß habe ich das persönlich noch nicht erlebt"

"Ich weiß nicht, ob das an Corona liegt", sagt Baumgarten. In den Vorjahren habe es keine vergleichbaren Fälle gegeben. Dies sei inzwischen jedoch anders. "In dem Ausmaß habe ich das persönlich noch nicht erlebt", resümiert er. "Deswegen ist es auch so erschreckend." 

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