Die Stadt sollte mit ihrer Feuerwehr mehr verdienen, meint Josua Flierl: "Das Geld liegt auf der Straße." Der Vorschlag des CSU-Stadtrates und Forchheimer Wehr-Vorsitzenden stößt bei Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) allerdings nur bedingt auf offene Ohren. Denn unter einer Erhöhung der Kosten für die Einsätze "würde die Bürgerfreundlichkeit leiden", gibt Franz Stumpf zu bedenken.

Dennoch will der Oberbürgermeister Flierls Anregung prüfen lassen. Der Feuerwehr-Vorsitzende hat darauf hingewiesen, dass der Stunden-Einsatz pro Wehr-Mann in Forchheim lediglich mit acht Euro verrechnet wird.
Zum Vergleich: Erlangen verrechnet 16 Euro, Neumarkt gar 27 Euro, die Nachbar-Feuerwehr in Ebermannstadt verlangt 20 Euro pro Stunde.
"Die Stadt Forchheim ist da sehr großzügig, wir bewegen uns weit unter dem Durchschnitt", sagt Josua Flierl.

Beispiel Keller auspumpen

Beim Auspumpen eines Kellers zum Beispiel könne es sein, dass drei Mann zwei Stunden lang arbeiten. Das wären dann 64 Euro Personalkosten. Hinzu kommt noch ein Maschinenstundensatz (die Fahrzeug-Stunde kostet sechs Euro) und ein Kilometergeld für die Anfahrt.

Wenn der Betroffene Glück hat, muss er für das Auspumpen des Kellers nicht viel mehr als 100 Euro hinlegen. Es sei ja nicht das Geld der Feuerwehr, das hier erwirtschaftet werde, sagt Josua Flierl - "das Geld läuft in den Haushalt der Stadt".

Der Stadtfeuerwehr stünden "etwa 10.000 Euro Einnahmen pro Jahr zur Verfügung", rechnet Stadtrat und Feuerwehrmann Flierl vor: "Man könnte die Summe verdoppeln." Wobei die Möglichkeit, Geld einzunehmen, nicht beliebig sei. "Paragraf 28 des bayerischen Feuerwehr-Gesetzes regelt, was du verrechnen kannst", weiß Flierl. Zum Beispiel werde das Bergen und Retten bei Unfällen grundsätzlich nicht verrechnet - auch Brände nicht, solange kein Vorsatz im Spiel sei.

"Wir müssen die Kostensätze nachkalkulieren, wir sind mit Abstand die billigsten im Landkreis Forchheim", sagt auch Roland Brütting, der in der Forchheimer Verwaltung für das Feuerwehrwesen zuständig ist. Er erinnert daran, dass in Forchheim die Kostensätze im Jahr 2001 "händisch kalkuliert" worden waren. "Eigentlich müsste jede Kommune selber kalkulieren", betont Brütting; aber es gebe eben auch die Möglichkeit, die Mustersatzung des Städtetages zu nutzen. "Dann könnte in Forchheim rund das Doppelte eingenommen werden." Derzeit jedenfalls seien manche Stundensätze "schon verwunderlich", findet Brütting. Das teuerste Gerät etwa, die Drehleiter, wird in der aktuellen Satzung mit lediglich 141 Euro pro Stunde verrechnet.

20 Euro pro Stunde

Ebermannstadt hat sich längst der Mustersatzung bedient. Johannes Götz, Atemschutzträger, Maschinist und in der Stadtverwaltung für das Feuerwehrwesen verantwortlich, schätzt, dass rund 90 Prozent der Wehren nach der Mustersatzung abrechnen. Trotz der 20 Euro Personalkosten pro Stunde in Ebermannstadt sei die Feuerwehr ja günstig, unterstreicht Götz: "Die Feuerwehr wird manchmal für Einsätze hergenommen, die sie nicht machen muss - etwa wenn ein Keller voll Wasser läuft." Das Auspumpen sei eine Dienstleistung. "Es gibt private Unternehmer, die davon leben." Natürlich sei die private Dienstleistung teurer als die Wehr. Im Haushalt von Ebermannstadt sind für die Feuerwehr "20.000 Euro im Jahr veranschlagt", sagt Götz. Die Satzung der Wehr werde regelmäßig angepasst, zuletzt in den Jahren 2010 und 2013.