Die Erweiterung des Kindergartens ist wegen der hohen Kosten ein vieldiskutiertes Thema in Gemeinderatssitzungen und führt jetzt sogar dazu, dass ein Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung mehrheitlich abgeschmettert wird - fast ein Novum.

In der vergangenen Wahlperiode wurden nicht sehr viele Beschlussvorschläge der Verwaltung gekippt, was Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) auch persönlich nimmt. Schließlich lautet sein Wahlspruch "Gemeinsam sind wir stark". Bei dem nun gekippten Beschluss handelt es sich um die weitere Zusammenarbeit mit dem Architekurbüro "Umarchitekt", das auch schon den Kindergarten gebaut hat und daher auch die Option auf eine Erweiterung bekam.

Bevor dieser Beschluss umgesetzt wird, so die Kritiker Wolfgang Wiesenhütter, Günter Polster, Manuel Vogel und Niki Thäter, soll erstmal mit einem anderen Architekten der Entwurf des Planers auf Einsparmöglichkeiten geprüft und eine Plausibilitätskontrolle durchgeführt werden. Schließlich ist das Projekt mit geschätzten rund 3,8 Millionen Kosten so teuer, "dass wir uns das eigentlich gar nicht leisten können", wie Gemeinderat Joachim Wirth meinte.

Allein die Planungskosten belaufen sich nach Aussage von Günter Polster schon auf 600 000 Euro. Die Gemeinde hänge finanziell betrachtet immer noch in der Luft, machten die Kritiker deutlich: Weder die Gesamtkosten des neuen Bauwerkes noch die Höhe des Zuschusses sind bisher bekannt, und es fehlt auch ein Finanzierungs- und Tilgungsvorschlag seitens der Verwaltung. Deshalb kassierte eine große Mehrheit des Gemeinderates den Beschlussvorschlag der Gemeinde und setzte einen eigenen durch. Dieser lautet sinngemäß, dass ein anderes Architekturbüro den Plan auf Einsparmöglichkeiten durchforsten soll.

Um Kosten für die Erweiterung drehten sich auch die anderen Tagesordnungspunkte. Eine Prüfung, ob das Schulgebäude für eine Nutzung durch die Kindertagesstätte geeignet ist, ergab die Antwort "Nein", da die Umbaukosten sehr hoch wären und außerdem in der Verwaltung damit gerechnet wird, dass sich die Anzahl der Schulkinder in den nächsten Jahren von 65 auf mehr als 90 Kinder erhöhen wird.

Es bleibt auch bei der bisher schon durchgeführten Hortregelung, die eine flexible Besuchsregelung bis 17 Uhr ermöglicht. Damit will man den Eltern gerecht werden, die mit einer Unterschriftenaktion (190 Eltern hatten unterschrieben) im Winter dafür plädiert hatten, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, wie es in den Ausführungen der Gemeindeverwaltung heißt.

Die Behandlung dieser Themen ging auf einen Antrag der UGL zurück, wonach insgesamt drei Themen nochmals beraten werden sollten. Punkt eins war die Alternativplanung durch einen weiteren Architekten, Punkt zwei war, das Schulgebäude als alternative Unterbringungsmöglichkeit für den Hort zu prüfen, und Punkt drei war die Prüfung der Frage, ob eine offene Ganztagesschule eine sinnvolle Alternative zum Hort darstellen kann.

Bürgermeister Förtsch gab weiter bekannt, dass der neue Naturspielplatz in Affalterthal im März gebaut werden soll.