Auch wenn der Evangelische Verein Forchheim ein reiner Träger- und Förderverein ist, spürt man doch sofort das Herzblut seiner Vorstandsmitglieder. Der zweite Vorsitzende Wolfram Bleile wurde bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und auch Bertram Kretschmann, der Vorsitzende, erhielt für seinen sozialen Einsatz das Ehrenzeichen des Bayrischen Ministerpräsidenten.

Vereinsmitglied Stefanie Hellmann ist Leiterin des Heims der Diakonie Bamberg-Forchheim und Uwe Wagner hat die Aufgaben des Schriftführers übernommen. Das Haus in der Zweibrückenstraße gehört von je her dem Verein, vor elf Jahren hat er es allerdings dem Diakonischem Werk Bamberg-Forchheim zur Verfügung gestellt. "Die enormen Umbauten von mehreren Millionen Mark in den 90er Jahren wurden nicht etwa von der Kirche, sondern von uns vier Vorständen geschultert", berichtet Bleile. "Durch die Miete des Diakonischen Werks wird diese Summe nun refinanziert."

Einzigartige Leasing-Hühner


Alle organisatorischen Aufgaben und auch das Personal wurden Anfang der 90er Jahre an die Diakonie abgegeben. Inzwischen gibt es 35 Mitarbeiter im Haus und es leben 47 Menschen im Seniorenzentrum. Hinzu kommen vier Personen, die regelmäßig zur Tagespflege da sind. Darüber hinaus gibt es inzwischen zwei Demenzgruppen. "Für diese Menschen bieten wir spezielle Aktivitäten an. Das geht von der Gymnastik zur Sturzprävention bis hin zum gemeinsamen Singen und Basteln", erzählt Hausleiterin Stefanie Hellmann.

Besonders spektakulär im Seniorenzentrum "Johann Hinrich Wichern" sind die preisgekrönten Leasing-Hühner: Das Seniorenheim hat einen wunderschönen Park mit Teich, Hühnern und Gänsen. Forchheimer Leasingnehmer zahlen 30 Euro im halben Jahr und können sich dafür von den hiesigen Hühnern fünf Eier in der Woche abholen. Die Hühner werden vom Personal versorgt und die Heimbewohner sind für das Füttern zuständig. "Diese Idee ist ein echtes Unikat. Ich habe noch nicht gehört, dass es wo anders in Deutschland Leasing-Hühner gibt", meint Wolfram Bleile stolz.

Idyllischer Garten


Neben den Hühnern, dem idyllischen Garten und dem freundlichen Ambiente liegt das Seniorenzentrum sehr günstig. "Das ist wichtig", meint Vorsitzender Bertram Kretschmann. "So haben die Bewohner die Möglichkeit, am öffentlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt teilzunehmen. Auch die Besucher freuen sich immer, ihre Verwandten mit in die Innenstadt nehmen zu können."

Personal ist immer ausreichend vorhanden, um die Heimbewohner gut versorgen zu können. "Viele Mitarbeiter kommen sogar vorbei, wenn sie frei haben. "Weil es hier einfach so schön ist", erklärt Stefanie Hellmann. Sie bekräftigt: "Das Haus wird von allen Seiten sehr gut angenommen und ist gut ausgelastet. Gerade durch unseren Verein sind die Preise adäquat und bezahlbar", ergänzt Kretschmann.

Der Einsatz des Vereins für das Seniorenzentrum und seine Bewohner ist bemerkenswert. Obwohl der Verein von Privatpersonen geführt wird, darf man seinen Vorstand und seine Mitglieder nicht als "Laien" abstempeln. Wolfram Bleile ist erfahrener Apotheker und kann sich ein deutliches Bild der medizinischen Belange machen. Uwe Wagner weiß durch seinen Beruf die finanziellen Geschicke des Vereins zu lenken. Ganz zu schweigen von Stefanie Hellmann, die als Hausleiterin an der Quelle der Bedürfnisse des Seniorenzentrums sitzt.

Mehr im Fränkischen Tag


Weitere Berichte über die Geschichte des Vereins sowie die Rubrik "Ich bin dabei, weil..." und weitere Vereinsinfos finden Sie in der Ausgabe vom Mittwoch, 14. September, im Fränkischen Tag. Jeden Mittwoch wird im FT ein Verein aus Stadt und Landkreis Forchheim vorgestellt. Interessenten können sich mit der Lokalredaktion Forchheim in Verbindung setzen.