Hausherr Pfarrer Alfred Beißer schaute auf das bis auf den letzten Platz gefüllte Gotteshaus St. Jakobus in Leutenbach, als er die Besucher zur Fränkischen Weihnacht begrüßte. Der Hauptverein des Fränkische-Schweiz-Vereins hatte zu dieser vorweihnachtlichen Feier eingeladen, Besucher aus dem gesamten Landkreis Forchheim folgt der Einladung.
Beißer nutzte die Gelegenheit, kurz auf die Geschichte der Pfarrkirche einzugehen, deren Hauptschiff vor 130 Jahren im neugotischen Stil erbaut wurde. Der markante gotische Turm freilich wurde bereits vor rund 500 Jahren errichtet. In seinem Windfang befand sich einst der Altarraum einer viel kleineren Kirche.


In Mundart

Über den hohen Zuspruch freute sich Eberhard Hofmann vom Arbeitskreis Volksmusik des FSV, der für das gesamte Programm verantwortlich zeichnete.

Mit eigenen Werken und Texten des Heimatdichters Karl Theiler moderierte er in heimischer Mundart die Weihnachtsgeschichte von der Verkündigung bis zu den Hirten an der Krippe. Für die musikalische Untermalung fand Hofmann einmal mehr die geeigneten Musikgruppen, die sich im Altarraum platziert hatten. Die Ebermannstadter Pfeifen stimmten mit adventlichen Weisen ein.

Die Forchheimer Volksmusikgruppe präsentierte Beiträge wie "Als Maria übers Gebirge ging" und die Frauen des Ebermannstadter Dreigesangs verkündeten harmonisch vom Engel des Herrn. Festlich stimmten die Effeltricher Musikanten auf das bevorstehende Fest der Christen mit Beiträgen wie dem Weihnachtsmenuett ein. Mit "Heiligste Nacht" kündete die Ebermannstadter Saitenmusik von der frohen Botschaft.

Besinnlichkeit stellte sich besonders ein beim "Sancta Maria" des MGV Liederkranz Leutenbach, unverkennbar mit seinem vollen Klangkörper unter Leitung von Estira Nikkhah. Ihr "Ora pro nobis" bedeutete ein Gebet in schönster und intensivster Weise. "Die Menschen sollen in Glück und Frieden leben, die Botschaft wird halt oft net gehört. Die Herbergssuche gibt es jeden Tag. Warum ist der Wille so schwach, zu einander zu finden?", fragte Eberhard Hofmann im Epilog.

Abschließend vereinigten sich alle im Gotteshaus beim Lied "Tochter Zion". Altlandrat Reinhardt Glauber, der gleichzeitig Hauptvorsitzender des FSV ist, dankte zum Schluss Eberhard Hofmann für dessen jahrzehntelangen Einsatz um Musik und Gesang.


"Geben wir ihnen die Chance"

Glauber wünschte den Besuchern, die adventlichen Eindrücke mit nach Hause zu nehmen. Es liege an jedem Einzelnen, was er daraus mache. Glauber geißelte den Druck im täglichen Leben und verwies auf die dramatischen Ereignisse des Terrorismus und der Flüchtlingsströme mit den kontrovers geführten Diskussion. Glauber unterschied zwischen Flüchtenden, die kommen, um ein besseres Leben zu führen, und jenen, die vor Terror und aus Angst um Leib und Leben geflohen sind.
Letztere bräuchten unsere Hilfe, ein Dach über dem Kopf. "Geben wir ihnen die Chance, zur Schule zu gehen", sagte er.
Eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt werde diese Herausforderung schon schaffen.