Von der Tafel über die Praline bis zum Riegel: 1100 Tonnen Schokolade aßen die Menschen im Landkreis zuletzt rein statistisch - gut 9,5 Kilogramm pro Kopf.

Beim Käse waren es 2810 Tonnen - 24,5 Kilo pro Einwohner. Und beim Bier wurden 120 000 Hektoliter im Jahr getrunken (104 Liter pro Kopf). Schokolade, Käse, Bier - nur drei Beispiele, die zeigen, welche Bedeutung Lebensmittelindustrie und -handwerk hätten, erläutert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in einer Pressemitteilung.

Rund 1250 Arbeitsplätze hängen im Kreis Forchheim laut Arbeitsagentur an der Herstellung
und Verarbeitung von Lebensmitteln. "Die Branche ist aber nicht nur regional ein Schwergewicht. Nimmt man den Umsatz, ist sie der drittgrößte Industriezweig in Deutschland - ein Großteil der Produktion geht in den Export - und schafft es damit auf die internationalen Teller", sagt Michael Grundl von der NGG Oberfranken. So seien regionalen Hersteller auch auf der Grünen Woche, der weltgrößten Agrar- und Verbrauchermesse, in Berlin präsent.


Trend zur Verramschung bereitet Sorge

Eine Voraussetzung für gutes Essen und Trinken sei jedoch, dass dieses fair produziert werde. Dazu hat die NGG eine lebensmittelpolitische Initiative gestartet. Mit Sorge sieht die Gewerkschaft den Trend zur Verramschung: "Gerade bei Getränken, Fleisch und Süßwaren erleben wir regelrechte Rabatt-Schlachten in den Supermärkten.", kritisiert Grundl. Weniger als 70 Cent für eine Tafel Marken-Schokolade sei in einer fairen und umweltgerechten Produktion nicht machbar.

An die Verbraucher appelliert die NGG, nicht nur auf den günstigsten Preis zu achten. "Gute Lebensmittel sollten den Menschen beim Einkauf etwas wert sein. Gleichzeitig können sie damit die heimische Wirtschaft stärken - und beim Essen neben dem Genuss auch noch ein gutes Gewissen haben."