"Ich bin stolz auf meine Abiturienten", sagt Siegfried Reck, Schulleiter des Gymnasiums Fränkische Schweiz in Ebermannstadt. Denn es war für alle Beteiligten während der Corona-Krise nicht einfach, sich auf das Abitur vorzubereiten.

Auf Isabella Pieger, Alexandra Pöhlmann und Carina Pöhlmann ist der Schulleiter besonders stolz, denn die Drei legten in dieser schwierigen Zeit ein Einser-Abitur ab. "Ich habe mir den Lernstoff aufgeteilt. Denn wenn man alles auf einmal lernen muss, kann die Motivation verloren gehen", meint Isabella Pieger, die mit einem grandiosen 1,0 abschloss. Doch wer jetzt denkt, dass sie nur lernt, liegt falsch. "Ich schwimme im Verein, spiele Klavier und fahre Fahrrad. Das mache ich zur Entspannung und als Ausgleich zum Lernen", verrät sie. Vor Corona konnte sie auch etwas mit Freunden unternehmen.

Unklarheit wegen Corona

Die vergangenen Monate waren nicht einfach, denn die Drei wussten nicht, ob es ein Abitur geben würde. "Es war schwierig, denn es war unklar, ob man nun mit dem Lernen anfangen soll, und ob das Abitur stattfindet oder es erst Klausuren gibt", erinnert sich Isabella Pieger. Drei Wochen vor dem Abitur waren sie die ersten, die wieder in die Schule durften.

Desinfektion und Abstand

"Es war schon komisch vom Direktor empfangen zu werden, und das mit der Desinfektion und dem Abstand. Das war ein ganz anderer Unterricht", meint sie. Alexandra Pöhlmann, die mit einem Notendurchschnitt von 1,1 abgeschlossen hat, sieht das ebenso. "Es war schon eine psychische Belastung, daheim zu lernen", sagt sie und erzählt, dass sie sich den Wecker stellte, um einen Rhythmus und Struktur im Tagesablauf beizubehalten.

Den Vormittag nutzte sie zum Lernen, den Nachmittag hielt sie sich frei. "Ich habe in den letzten Jahren immer mitgelernt, deshalb war es jetzt am Ende nicht so schlimm", verrät Alexandra Pöhlmann. Sie empfand die Zeit nicht als Nachteil und hat es genossen daheim sein zu können. Als Ausgleich zum Lernen macht sie Sport und Leichtathletik und versucht "in der Zeit nicht verrückt zu werden."

Erst fand sie es schade, dass es keine Abifahrt geben wird. Jetzt findet sie es nicht mehr so schlimm: "Vielleicht holen wir das ja nächstes Jahr nach." So sieht das auch Carina Pöhlmann. Ihr Notendurchschnitt ist eine 1,2. Auch sie ging strukturiert ans Lernen und machte sich einen Zeitplan. Sie ist Mitglied im Musikverein Kirchehrenbach, spielt Klarinette, war bis vor Kurzem Oberministrantin in Ebermannstadt und hat mit dem Saxofonspielen begonnen.

Das Lernen zuhause fand sie am Anfang schwierig, weil sie sich den Lernstoff selbst einteilen und viel recherchieren musste. Doch sie hatte ihr Ziel vor Augen: Sie wollte das Abitur mit einem guten Durchschnitt schaffen.

Geschafft haben es die Drei - und sogar mit einem richtig guten Ergebnis. Sie verraten, dass ihre Familien sehr stolz auf sie sind. Jetzt wird erst einmal entspannt und dann geht es mit dem Studium weiter. Isabella Pieger will Richtung Lehramt gehen, Alexandra Pöhlmann hat vielleicht vor Pharmazie zu studieren und Carina Pöhlmann muss noch zwischen Lehramt und BWL entscheiden.