Wer in Burk oder Reuth lebt, wird mit größerer Wahrscheinlichkeit Opfer eines Einbruchs als die Bürger in den anderen Stadtteilen. 37 Mal waren Einbrecher im vergangenen Jahr in Forchheim zu Gange. In 17 Fällen endete ihr Beutezug aber als "Versuch", weil die Täter entweder überrascht wurden oder weil sie an dem gut gesicherten Haus scheiterten.
Das erzählte der Forchheimer Polizeichef Jürgen Knauer, als er den Stadträten und Besuchern am Donnerstag im Hauptausschuss den "Sicherheitsbericht 2016" präsentierte. Die "lohnenden Objekte" für die Täter lägen am häufigsten in Burk und Reuth. Aber obwohl Knauer vom "Sorgenkind Wohnungseinbrüche" sprach, hatte er auch eine beruhigende Nachricht: Die sogenannte Häufigkeitszahl (die Zahl der Fälle umgerechnet auf 100 000 Einwohner) liege in der hiesigen Region bei 49; demnach über dem oberfränkischen Wert (37), aber noch deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt (58).

Folglich könnten sich die 76 000 Einwohner, für die die Polizei Forchheim in der Stadt und im westlichen Landkreis zuständig ist, relativ sicher fühlen. CSU-Stadtrat Thomas Werner wollte wissen, ob der "Wohnungseinbruchsdiebstahl" möglicherweise reduziert würde, wenn das sogenannte Data-Mining auch in Forchheim eingesetzt würde. Bei dieser Methode versucht die Polizei mit einer speziellen Software, Einbruchsziele durch die Identifizierung von Mustern und Modellen vorherzusagen, um dann besonders gefährdete Gegenden verstärkt zu schützen.
Doch diese Vorgehensweise, die in einer Stadt von der Größe Münchens erfolgversprechend sei, würde in Forchheim zu nichts führen, meinte Jürgen Knauer: "Die Datenmengen sind zu gering, um brauchbare Vorhersagen machen zu können." Selbst in Zürich, wo diese Methode entwickelt wurde, habe sie teilweise widersprüchliche Ergebnisse hervorgebracht.

In Forchheim sei das bevorzugte Ziel der Täter ziemlich offensichtlich: Sie werden vorzugsweise in der Nähe großer Straßen und in maximaler Nähe zur Autobahn aktiv, sagte Jürgen Knauer: "Dort, wo sie schnell hinkommen und schnell wieder verschwinden können."
Auf diesem Weg haben die Einbrecher der Polizei mehr Arbeit bereitet denn je: Mit den 37 verzeichneten Fällen stieg die Einbruchsstatistik auf ein Rekordhoch. Im Jahr 2015 waren es 26 Fälle, noch ein Jahr früher waren es 22 und im Jahr 2012 sogar nur 20 Einbrüche gewesen.


7665 Einsätze

In der Summe waren die Beamten der Polizei Forchheim im vergangenen Jahr 7665 Mal im Einsatz. Damit sei die Einsatzzahl um zwölf Prozent gestiegen. Wobei Jürgen Knauer süffisant anmerkte, dass deshalb aber natürlich nicht das Personal um zwölf Prozent gestiegen sei.


Mit 2452 Straftaten hatte es die Polizei Forchheim 2016 in ihrem "Schutzbereich" (dazu gehören auch Dormitz, Effeltrich, Eggolsheim, Hallerndorf, Hausen, Heroldsbach, Hetzles, Kleinsendelbach, Kunreuth, Langensendelbach, Neunkirchen am Brand, Pinzberg, Poxdorf und Wiesenthau) zu tun. Das war eine minimal rückläufige Zahl (minus 2,8 Prozent). Die Aufklärungsquote von 71,5 Prozent blieb in etwa die Gleiche.

Als Erfolg verbucht der Polizeichef, dass bei Gewaltdelikten (479 Straftaten) die Aufklärungsquote bei über 94 Prozent lag. Und dass bei den Rauschgiftdelikten trotz steigender Fallzahlen (von 132 auf 174) die hohe Aufklärungsquote des Vorjahres (94,7 Prozent) nochmals gesteigert werden konnte - auf 98,9 Prozent. Und zwar deshalb, weil der sogenannte Headshop in der Forchheimer Innenstadt allein bis zum April 45 "polizeilich Fälle" hervorbrachte. In enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Landratsamt sei dann ja die Schließung des Ladens geglückt.

Jedoch: "Crystal ist weiter auf dem Vormarsch", bedauerte Jürgen Knauer. Und eine besondere Gefahr gehe nach wie vor von den Legal Highs (Kräutermischungen, Partypillen etc.) aus. Allerdings habe das neue Gesetz über neue psychoaktive Stoffe seit dem November 2016 für eine spürbare Entspannung gesorgt, betonte Knauer. Denn nun gelten die Legal Highs als verbotene Substanzen.
Entspannt zeigte sich der Polizeichef angesichts des Asyl-Themas. Wenn 98 von 2400 Straftaten von Asylbewerbern begangen würden, dann seien diese vier Prozent "nicht Besorgnis erregend". 42 Prozent dieser Taten seien Eigentumsdelikte, die zu 40 Prozent innerhalb der Asyl-Unterkünfte statt fänden. 24 Mal wurden im vergangenen Jahr Asylbewerber Opfer einer Straftat. In 20 Fällen waren die Täter selbst Asyl-Bewerber. Daher das Fazit des Sicherheitsberichtes: "Übergriffe auf Asylbewerber finden in Forchheim nicht statt."