Mitten in der Krise kann Sven Oelkers gute Nachrichten verbreiten: "Im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ist alles im grünen Bereich. Die Arbeitsplätze und Löhne der 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sicher", betont der Krankenhausdirektor.

Und dies, obwohl Operationen abgesagt, und der gesamte Betrieb auf die Corona-Pandemie abgestimmt werden musste. Die Auslastung der fusionierten Häuser in Forchheim und Ebermannstadt ist von rund 80 Prozent auf etwa 50 Prozent gesunken; entsprechend die Umsätze. "Auf Dauer können wir das nicht stemmen, da die Kosten ja ganz normal weiter laufen", sagt Oelkers. Zwar gebe es Ausgleichszahlungen des Bundes, aber noch sei unklar, in welchem Umfang die Zusagen am Ende erfüllt würden.

Daher hat sich der Krankenhausdirektor vorsorglich an die Gesellschafter gewandt: Wie könnten Stadt und Landkreis Forchheim dem kommunalen Klinikum im Notfall helfen?

Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) hatte schon vergangene Woche bei der Etatdebatte erläutert: Der erste Versuch, "einen Corona-Rettungsschirm für unser Klinikum in Höhe von zehn Millionen Euro einzuplanen " sei gescheitert. Diese Summe würde "Liquiditätsengpässe" etwa vier Monate lang überbrücken helfen. Die Rechtsaufsicht am Landratsamt Forchheim untersagte jedoch das Zehn-Millionen-Euro-Darlehn. Begründung: Bankgeschäfte seien einer Kommune nicht erlaubt.

Zusage für eine Bürgschaft

Stadt und Landkreis haben eine andere Lösung gefunden: Sie werden keinen Kredit gewähren, stattdessen eine Bürgschaft. Sie wurde vom Aufsichtsrat des Klinikums am Mittwoch beschlossen. Mit dieser "Bürgschaftszusage" seien Gehälter und Arbeitsplätze auch für den Fall eines Liquiditätsengpasses gesichert, freut sich Oelkers.

Das sei ein "wichtiges Signal der Absicherung", sagt der Stadt- und Bezirksrat Ulrich Schürr (CSU), der auch im Aufsichtsrat des Klinikums sitzt. "Weil wir nicht wissen, wie die zeitliche Dimension dieser Pandemie verläuft, haben wir Vorsorge getroffen. Denn in jedem Fall brechen Einnahmen weg oder verschieben sich." Das Klinikum benötige gewiss einen "langen Atem", um die aktuelle Situation auszugleichen, aber Grund zur Sorge gebe es nicht, ist Schürr überzeugt.

Sven Oelkers betont, dass die momentanen wirtschaftlichen Belastung "nicht automatisch" in ein Defizit münden müssten. "Zwar fehlen gerade massive Umsätze, aber es wird hoffentlich auch einen Nachholeffekt geben." Wie das Schwimmbad, sei das Klinikum eine Einrichtung der "Daseinsfürsorge", sagt Oelkers. "Und da kann es auch mal Zeiten geben, wo man keinen Gewinn macht."

Gerhard Meixner, der für die Forchheimer Grünen im Aufsichtsrat des Klinikums Forchheim Fränkische Schweiz sitzt, bezweifelt zwar, dass die Bundesregierung sämtliche Corona-Verluste ausgleichen werde; aber die Krise belege auch, wie gut das hiesige Klinikum aufgestellt sei. Im Rahmen der Fusion sei viel investiert worden: Die Psychosomatik in Ebermannstadt mit ihrer 90-prozentigen Auslastung sei nur ein Beispiel für die "starke Perspektive" des Hauses: "Im normalen Betrieb haben wir kein Defizit."

Dem Klinikum stehen in Forchheim 225, in Ebermannstadt 85 Betten zur Verfügung. Hinzu kommen in der geriatrischen Reha und im Pflegeheim je 60 Betten; in der Psychosomatik sind es nochmals 18 Betten. "Wir haben es mit der Fusion geschafft, aus den hohen Bettenzahlen rauszukommen, die eine Klinik gefährden können", sagt Meixner. Wie wichtig Einrichtungen vom Zuschnitt der Klinik Forchheim-Fränkische Schweiz seien, sollten viele Gesundheitsexperten spätestens in der Corona-Krise gelernt haben, meint der Grüne Stadtrat: "Es muss endlich Schluss sein mit dem Kliniksterben und mit jenen Gutachtern, die behaupten, wir hätten zu viele Krankenhäuser in Deutschland."