Fleißig waren die vier Arbeitsgruppen für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek) in Eggolsheim und haben bereits einige Vorschläge erarbeitet. Jetzt war es an der Zeit, diese zu einem Projektgruppentreffen allen zu präsentieren. In der Eggerbachhalle in Eggolsheim tauschten sich die Arbeitsgruppen am Freitagabend über den Stand der von ihnen diskutierten Themen aus.

"Es ist wichtig, dabei die Wünsche und Ziele klar zu formulieren", wies Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB/OEB) darauf hin, dass es bereits erste Gespräche bei der Regierung von Oberfranken gegeben hat. Hier wurde ihm signalisiert, dass beispielsweise die dringend notwendige Sanierung des Jugendclubs "Faulenzer" vom Bezirk bezuschusst werden kann, wenn mit diesem Projekt vorzeitig begonnen werde.

Luft nach oben bei Gastronomie

Werner Heckelsmüller vom beauftragten Planungsbüro Meyer-Schwab-Heckelsmüller informierte über die Ergebnisse der Haushaltsbefragung. 140 ausgefüllte Fragebögen waren hier ausgewertet worden. Die Eggolsheimer schätzten ihren Ort eher gut ein, lediglich das Angebot der Gastronomie sei eher mangelhaft.

Martin Pöhlmann berichtete als Sprecher der Gruppe, die sich mit den Gebäuden und dem Wohnumfeld in Eggolsheim befasst. Während der Treffen waren die Mitglieder dieser Gruppe gedanklich durch den Ort gegangen und hatten zu vielen Orten und Häusern Ideen entwickelt. Dort, wo einst Brunnen gestanden hatten, sollten wieder Brunnen stehen. Ebenso sollten die alten Gässchen gepflegt und wieder begehbar gemacht werden, der alte Backofen und die Fischkästen erhalten bleiben.

Unübersichtliche Kreuzungen

Die Sitzungen der zweiten Arbeitsgruppe, die sich mit dem öffentlichen Raum und Verkehr beschäftigt, waren turbulent, erzählte deren Sprecherin Cornelia Eismann. Eines der wichtigsten Themen war, wie sicher sich beispielsweise Fußgänger in Eggolsheim bewegen könnten. Dabei listete die Arbeitsgruppe eine ganze Reihe neuralgischer und unübersichtlicher Kreuzungen auf, die nicht nur für Fußgänger, sondern selbst für Autofahrer nicht leicht einsehbar wären. "Es müsste möglich sein, zwei Achsen durch Eggolsheim zu schaffen, auf denen die Kinder sicher zu Fuß unterwegs sein können", erklärte Eismann.

Um das Soziale, die Nachbarschaft und das Zusammenleben in Eggolsheim kümmert sich die dritte Gruppe. Deren Sprecherin Susanne Ehrenspeck informierte, dass sich die Mitglieder vor allen Dingen um Fragen der Familien, des demografischen Wandels, des Zuzugs neuer Bürger und dem Zusammenleben als solchem beschäftigt hätten. Vorschläge seien beispielsweise ein Wasserspielplatz, flachere Gehwege und die Einrichtung eines Marktes in Eggolsheim als einen Ort der Begegnung.

Jonas Roppelt stellte die Ideen der vierten Arbeitsgruppe vor. Bei ihr dreht sich alles um Kultur, Freizeit und das Image von Eggolsheim. Die Gruppe hatte erst einmal die Vereine, die Volkshochschule und die Jugendpflegerin von Eggolsheim eingeladen, um zu erfahren, was es alles für Kurse und Angebote bereits gibt. "Wir könnten am Rathaus ein Dorffest machen", schlug Roppelt vor, an dem sich alle Vereine vorstellen können.

Ein Café, mehr Bänken am Bach, ein Festplatz, ein ausgebautes Radwegenetz und ein Erwachsenenspielplatz mit coolen Geräten - auch die vierte Gruppe wartete mit vielen Vorschlägen auf. Den Jugendclub "Faulenzer" solle sich ein Architekt anschauen und ein Nutzungskonzept entwickeln.

Bürgerwerkstatt im Sommer

In der anschließenden Diskussion fragten viele bereits nach einer konkreten Umsetzung, doch Heckelsmüller wies darauf hin, dass eine Konzeptentwicklung noch keine Planung für einzelne Maßnahmen sei. Hier gelte es, den Gesamtplan zu erstellen und Schwerpunkte zu setzen. Erst nach der Bürgerwerkstatt, die im Sommer stattfinden soll, könnten erste Maßnahmen geplant werden.

Dann dürfe aber auch der "Faulenzer" nicht schon vorher geplant werden, "sonst können wir hier einpacken", empörte sich ein Bürger. Da das Gebäude auf jeden Fall für die Jugend bleiben soll, ist es legitim, dass sich diese darüber schon Gedanken mache, erklärte Heckelsmüller.

Wie groß eigentlich die einzelnen Maßnahmen sein müssten, fragte ein anderer Bürger, da doch viele Eggolsheimer der Meinung seien, es sei gut so, wie es ist. Die Größe der Maßnahmen spiele keine Rolle, erwiderte der Stadtplaner. Es werde geprüft, ob Eggolsheim Defizite aufweise, die mit Hilfe der Städtebauförderung beseitigt werden könnten. Dabei stünden weder konkrete Maßnahmen, noch Zahlen bereits fest. "Wir wissen erst, was etwas kosten wird, wenn wir wissen, was konkret gemacht werden soll", wies Heckelsmüller einen Zuruf zurück, der eine Summe von 6000 Euro in den Raum gestellt hatte. "Sie wollen Informationen über Dinge, die es noch nicht gibt", erklärte der Stadtplaner.

Mit einer Exkursion geht es weiter

Wer sich über den Isek-Prozess und die Treffen der einzelnen Arbeitsgruppen informieren möchte: Auf der Homepage der Gemeinde ist alles zu finden. Der nächste Termin ist am 16. Mai mit einer Exkursionsfahrt nach Memmelsdorf, Litzendorf und Gundelsheim. Treffpunkt ist am Rathaus um 11 Uhr.