Nach der Insolvenzmeldung der Unternehmensgruppe Dr.-Wiesent-Schulen sind Eltern und Schüler besorgt. Doch Rektor Bernhard Haberl beruhigt. Die Privatschulen - darunter die in Eggolsheim - seien gesund und würden weitergeführt. Ein neues Trägerkonzept wird gesucht.Die Unternehmensgruppe Dr. Wiesent hat Insolvenz angemeldet. Zur Gruppe gehören im Landkreis Forchheim auch zwei Privatschulen, das sind die Fachoberschule und die Berufsfachschule für Altenpflege in Eggolsheim.

Besorgte Eltern haben sich nun an den Forchheimer Landtagsabgeordneten Michael Hofmann (CSU) gewendet. Vor allem, dass die Schüler ihre Ausbildung nicht fortsetzen können oder den Abschluss nicht erreichen, wenn die Schulen schließen müssten, sind die Bedenken und Befürchtungen der Eltern und Schülern zusammengefasst.

Kontakt zu Ministerien

MdL Michael Hofmann hat nach eigener Aussage alle Hebel in Bewegung gesetzt. "Ich habe mich bereits an das Kultus- und das Wirtschaftsministerium gewandt, damit wir alle Kanäle nutzen, um für den schlimmsten Fall gerüstet zu sein. Durch eine Insolvenz darf keine Schullaufbahn gefährdet werden. Alle Beteiligten haben meine größtmögliche Unterstützung", betont Hofmann, der für den Landkreis Forchheim im Bayerischen Landtag arbeitet.

Bernhard Haberl, der Direktor der Schulen, beruhigt: "Es geht alles normal weiter. Wir werden weiter unterrichten. Der Schulbetrieb läuft unverändert weiter." Er habe den Tag seit der Meldung der Insolvenz genutzt, um sich mit den Eltern in Verbindung zu setzen, fahre von einer Schule der Unternehmensgruppe zur anderen und habe auch mit dem Insolvenzverwalter Gespräche geführt. Auch dieser sei sicher, es werde mit den Schulen keine Probleme geben. "Die Schulen sind gesund. Sie tragen sich mit den staatlichen Zuschüssen und dem Elterngeld", sagt Haberl.

"Die Insolvenz liegt in der Muttergesellschaft. Die Schulen sind gesund und auch alleine lebensfähig", beteuert Haberl. In eine neue Trägerschaft sollen die Schulen überführt werden. "Wir haben auch schon Ideen, wie die Trägerschaft aussehen wird", sagt Haberl. Jedenfalls werde die Trägerfirma die Schulen tragfähig und gesund weiterführen.

Gerade die Schulen zeigen demnach gute Schülerzahlen und weisen jährlich Zuwachs aus. "Gerade die Pflegeschule wächst sehr stark", betont Haberl. Viele Schüler wurden aus dem Ausland akquiriert, das ist eine Besonderheit der Schulen. Ein weiterer Kurs sei sogar geplant.

Jährlich mehr Schüler

Auch die Fachoberschule zähle jährlich mehr Schüler, alleine durch Mundpropaganda sei dies bislang geschehen. "Wir hoffen, dass es keinen Einbruch gibt", sagt Haberl und verspricht, bereits im Januar mit einem neuen Trägerkonzept an die Öffentlichkeit treten zu können. Sorgen müsse sich niemand machen. Nochmals hebt der Rektor hervor: "Es wird gut werden. Selbst wenn wir keine Möglichkeiten hätten, würden die Schulen weitergeführt werden."

Vor allem dankte Michael Hofmann der Schulleitung für die zuversichtlichen Worte. Alle sollten mitarbeiten, dass der Schulbetrieb fortgeführt werden könne. "Denn in der Schule wurde und wird sehr gute Arbeit geleistet, und sie ist eine Bereicherung unserer Schullandschaft im Landkreis Forchheim Wenn es also Möglichkeiten für staatliche Hilfe gibt, sollten wir das auch in Anspruch nehmen", meint Hofmann.

Unternehmen

Dr.-Wiesent-Berufsfachschulen gemeinnützige GmbH, Private Berufsfachschule für Altenpflege St. Nikolaus, Bahnhofstraße in Eggolsheim, Geschäftsführer Horst Wiesent, Registergericht Amtsgericht Bayreuth.

Schulen

Private bilinguale Grundschule Schloss Thiergarten (PGS) in Bayreuth, Private Wirtschaftsschulen Lichtenfels und Bayreuth, Fachoberschule Fränkische Schweiz (FOS) in Eggolsheim, Berufsfachschule für Altenpflege St. Nikolaus (BFS) in Eggolsheim, Fachschule für Heilerziehungspflege St. Benedikt (HEP) in Marktredwitz.