Wenn morgens das Frühstücksbrötchen mit nahrhaftem Honig bestrichen wird, wissen wir, dass dieser Brotaufstrich nicht vom Supermarkt, sondern von vielen fleißigen Honigbienen produziert wird, die übrigens für ein Pfund Honig eine Flugstrecke entsprechend dem dreimaligen Erdumfang zurücklegen. Und damit ist sehr oft der Endverbraucher schon am Ende seiner Weisheit.
Unterhält man sich jedoch mit einem Imker, wird schnell klar, dass ein umfangreiches Know-How und ein enger Verbund mit der Natur vorhanden sein muss, um Bienenvölker artgerecht halten zu können. Insgesamt sechs Imkervereine mit 270 Imkern und deren 1600 Bienenvölkern sind im Kreisverband Imker Forchheim (KVIFO) zusammengeschlossen, dessen Vorsitzender Wolf-Dietrich Schröber zur Kreisvertreterversammlung des KVIFO und zur Mitgliederversammlung des Fördervereins Kreislehrbienenstand als gemeinsame Startveranstaltung geladen hatte.
Zufrieden erklärte Schröber, dass jüngst eine Satzung für den Kreisverband erstellt wurde und somit eine Organisationsstruktur für beide Vereine, den Kreisverband Imker Forchheim und den Förderverein Kreislehrbienenstand bei Lützelsdorf, besteht. So sei der Zusatz "e.V." nunmehr genehmigt und die Gemeinnützigkeit werde nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Eine neue Bienenwiese

Für den gesamten Strukturaufbau seien viele Gespräche mit Kommunen, dem Landratsamt und sogar den drei Obstgroßmärkten notwendig gewesen. Im Zuge dessen habe sich Ebermannstadts Bürgermeister Franz Josef Kraus (CSU) für den Aufbau einer Bienenwiese bei Rüssenbach ausgesprochen. Gespräche mit Landwirten stünden noch an, da oftmals deren Ausbringung von Insektenschutzmitteln mit den Flugzeiten der Bienen kollidiere.
Wenn es nach dem Willen des engagierten Kreisvorsitzenden geht, so sollen die Restarbeiten im Lehrbienenstand bis zum Sommer beendet sein. Weitere Diskussionsthemen waren die Öffentlichkeitsarbeit, die Kontaktaufnahme zu Schulen, aber auch die Entwicklung des Fördervereins und die Erreichbarkeit der Vereine und Imker untereinander. Vor allem lag Schröber das Thema Jungimker am Herzen. Damit Jungimker die vorgeschriebenen Kurse - was auch eine Voraussetzung für den Erhalt von staatlichen Fördergeldern ist - besuchen können, soll der Lehrbienenstand, in dem auch in acht Bienenvölkern die Königinnenzucht betrieben wird, als Kursort entsprechend eingerichtet werden.
Mit der Bekanntgabe der weiteren diesjährigen Veranstaltungen im 2002 gebauten Lehrbienenstand wurde schnell klar, dass Weiterbildungen und die Pflege der Bienenvölker Priorität genießen. Am 7. Juli kann sich jeder rund um das Thema "Biene" anlässlich des Tages der offenen Tür von erfahrenen Imkern informieren lassen.