"Verwandtschaftlich verwandt", so lautet der Titel dieser Komödie in drei Akten von Hansueli Züger, die die Theatergruppe Leutenbach im Pfarrheim von Leutenbach auf die Bühne gebracht hat.
In der recht unterschiedlichen Verwandtschaft dieses Stückes geht es drunter und drüber angesichts der Erwartung der Erbschaft des Gablerhofs.
Der aus dem Leben scheidende Altbauer war zeitlebens ein spaßiger, aber auch gerechter Mann und kannte seine Pappenheimer offensichtlich ganz genau. So taucht nach dessen Tod ein erstaunliches Testament auf. Das Rätselraten beginnt mit der Verfügung des Altbauern: "Wer wenig beigetragen hat, bekommt wenig, wer mehr....".

Spekulation und Begierde

Das öffnet Spekulationen und Erwartungen Tür und Tor. Die Begierde ist groß. "Wieso der Dokta, der Pfarra war doch scho do", ist man fast enttäuscht, als doch noch Hoffnung besteht.
Dazwischen steht der ruhige, schlitzohrige Knecht Georg Hauser (Otto Drummer) und die resolute Zenz Huber (Christine Drummer), die schon ewige Zeiten auf dem Hof treu dient.
Beide sollen, so steht es in der Verfügung, die Geschäfte führen, bis zum 30. des Monats nach dem Tod des Altbauern. Dann soll der stets korrekten Rechtsanwalt Dr. Moritz Müller (Lars Teichert) das Testament öffnen. Zwischen den Gruppen bewegt sich der Dorfpfarrer Farner (Uli Distler), wird verehrt und angefeindet, je nach Lage und Aussicht der Dinge, die da kommen sollten. Der schüchterne Josef Gabler (Klaus Wagner) hat es schwer genug, mit seiner ihm überlegenen Frau Luise (Petra Dürrbeck).

Hofmann in anderen Sphären

Im Zentrum steht immer wieder Reas Hofmann (Alexander Kaul), der sich des großen Erbteils sehr sicher ist und schon in anderen Sphären schwebt.
Insgesamt ein Stück mit vielen Haken und Ösen. Handgreiflichkeiten bleiben da nicht aus. Genauso überraschend zeigt sich schließlich das Ende und es ist für (fast) alle ein Happy End.
Die 13 Schauspielerinnen und Schauspieler lebten ihre Spielfreude aus. Das Publikum reagierte begeistert in sämtlichen fünf ausverkauften Vorstellungen. Regie führten Gerhard Dittrich und Heike Drummer. Als Souffleusen dienten Katja Schaller, Lisa Ismeier und Heike Drummer. Das Bühnenbild malte Günter Drummer. Zur übrigen Gestaltung ließen alle Beteiligten ihre Fantasie walten.
Mit diesen Aufführungen im 18. Jahr setzten die Leutenbacher eine erfolgreiche, alte Tradition fort.