Der Supermarkt Netto wird abgerissen. "Er ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den modernen Anforderungen; auch das Nebengebäude, der ehemalige Drogeriemarkt Schlecker", informierte Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) im Marktgemeinderat Igensdorf. Ein moderner Markt soll entstehen mit 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Im Zuge der Gespräche zu dem Bauprojekt wurde festgestellt, dass kein rechtsgültiger Bebauungsplan besteht. "Der Supermarkt war genehmigt, doch der Bebauungsplan wurde nicht abgeschlossen", ergänzte Frieder Müller-Maatsch vom gleichnamigen Planungsbüro. Dieser Bebauungsplan "Gewerbegebiet Mitteldorf Nord" wird nun neu aufgestellt, mit Berücksichtigung der heutigen Naturschutzanforderungen. An der grundlegenden Anordnung soll sich nichts ändern. Die Zufahrt bleibt vom Aubachweg aus. Der neue Markt wird weiter nach Norden "geschoben".

Biotope eingezeichnet

Aufgrund der Größe des Supermarktes muss ein Sondergebiet ausgewiesen werden. In der Kartierung sind die vorhandenen Biotope klarer eingezeichnet. Entlang der Straße sollen ergänzend Linden gepflanzt werden. Ein großes Thema, auf das auch das Wasserwirtschaftsamt großen Wert legt, ist die Oberflächenentwässerung. "Das Wasser geht in den Aubach. Eine Vorreinigung muss deshalb erfolgen", sagte Müller-Maatsch. Zunächst bleiben die bestehenden Einleitungen erhalten. Dann wird die gesamte Oberflächenentwässerung auf drei Rückhaltungen und Pufferungen konzentriert; eine davon befindet sich auf den Stellplätzen. Dort werden Sickermulden angelegt, diese bewirken die Vorreinigung, da sich dort Geröll und das schmutzige Wasser fängt. Die Dachfläche, die über die große Rückhaltung läuft, wird in die gesamte Grüngestaltung integriert. Die notwendigen Ausgleichsflächen seien die Mulden, die an den Markt angrenzende Streuobstwiese. Auch eine öffentliche Fläche im vorderen Bereich sei dabei. "Was den Naturschutz betrifft, haben wir eng mit der Naturschutzbehörde zusammengearbeitet. Die Rückhaltevolumina werden nachgewiesen", erklärte Bürgermeister Rast.

Gestaltung des Parkplatzes

Inwiefern der Markt Einfluss auf die Parkplatzgestaltung habe, wollte Grünen-Gemeinderat Günter Lang wissen. Hier interessierte ihn besonders, ob Rasengittersteine verwendet würden. Das mussten der Bürgermeister und der Planer verneinen: "Dann bekommen wir Probleme mit der Barrierefreiheit", meinte Müller-Maatsch. Bürgermeister Rast ergänzte, dass man um Asphalt nicht herumkomme, da aufgrund der Lastwagen die Steine verdrückt würden, wie sich bei der Kläranlage zeigte. Die CSU-Gemeinderätin Edeltraud Rösner hingegen sah in dem neuen Plan viele Vorteile. "Es ist mehr Grün und die Entwässerung wurde aufgenommen. Es wurde aus dem Grundstück herausgeholt, was man herausholen konnte", sagte Rösner. Im Parallelverfahren wird der Flächennutzungsplan angepasst mit dem Sondergebiet Einzelhandel, den Ausgleichs- und Kompensationsflächen, und dann öffentlich ausgelegt.

Kernwegenetz

Schon in der Novembersitzung hatte der Gemeinderat beschlossen, ein Flurbereinigungsverfahren einzuleiten, um den Ausbau des Kernwegenetzes voranzubringen. Die Vorbereitungen laufen. Dazu gehören auch Verhandlungen mit Grundstückseigentümern, da eventuell Grund erworben werden muss. Doch was, wenn nicht alle Eigentümer zu Verhandlungen bereit sind?, wollte Bernd Merkel (IU) wissen. "Das gibt es immer. Dann müssen wir uns überlegen, ob ein Tausch oder Ausgleich möglich ist oder ob wir die Trasse verlegen", erklärte Rast. "Wir bauen zehn Meter breite Straßen in die Flur. Ist das überall gleich?", fragte Günter Lang (Grüne). Über Hänge werde es einen breiteren Einschnitt geben, bei anderen weniger. Die asphaltierte Fahrbahn werde 3,50 Meter betragen. "Es geht alles über den Naturschutz. Wir müssen Ausgleichsflächen schaffen", erläuterte der Bürgermeister. Insgesamt sollen sieben öffentliche Feld- und Waldwege oder Gemeindeverbindungsstraßen auf einer Gesamtlänge von 6250 Metern als Kernwege in Asphaltbauweise mit Wegseitengräben hergestellt werden. Die Kosten für Planung und Bauleitung betragen 4.335.000 Euro. An Förderung wurden 85 Prozent zugesagt, 75 Prozent wären der normale Satz. Bei der Gemeinde bleiben 15 Prozent der Kosten, was rund 776.000 Euro wären. Diese Mittel müssen in den nächsten Jahren bereitgestellt werden. Zudem habe Bürgermeister Rast geschafft, dass auch die Gemeinde Neunkirchen am Brand von dem Fördersatz profitiere, betreffen doch zwei Wege auch die Nachbargemeinde. Das ist der Weg von Letten nach Ermreuth und der Weg von Pommer nach Gleisenhof. "Das Verfahren wurde eröffnet. Wir müssen das Ganze nun offiziell einleiten", erklärte Rast. Es erstreckt sich auf eine Fläche von 192 Hektar in den Gemarkungen Rüsselbach, Igensdorf, Dachstadt und Pommer. Angefangen werden soll mit dem Weg in Unterrüsselbach zum Aussiedlerhof. "Dieser geht am schnellsten und es werden keine Grundstücke benötigt", meinte der Gemeindechef. Die beiden Grünen-Gemeinderäte stimmten dem nicht zu.