Alarmierend nennt Revierförster Stefan Ludwig, zuständig für mehr als 5000 Hektar Wald in den Gemeinden Egloffstein, Gräfenberg, Hiltpoltstein, Igensdorf, Obertrubach und Weißenohe, die Situation in den Wäldern zwischen Weißenohe und Hiltpoltstein. Südlich von Dorfhaus, zwischen den "schwarzen Weihern" und "Katzen" hat der Borkenkäfer einen Hektar Kiefernwald vernichtet. Ein weiteres Hektar, schätzt Stefan Ludwig ist befallen und muss schnellstens abgeholzt und weggefahren werden.

Seit September ist Waldbesitzer Hans Kraus dabei, befallene Bäume zu fällen. Aber ein Ende ist nicht in Sicht. "Kaum bin ich mit einen Käferloch fertig, finde ich an anderer Stelle schon wieder befallene Bäume", klagt er. Teilweise kommen die Waldbesitzer gar nicht mehr hinterher. "Gerade im Bereich Weißenohe/Rüsselbach haben wir in den letzten Monaten verstärkt Käferholz eingeschlagen", bestätigt Matthias Kraft von der Waldbesitzervereinigung Fränkische Schweiz.

Unvorstellbar viele Schädlinge

Waldbesitzer Matthias Kraus stellt unmissverständlich klar: "Wenn wir nicht bis zum Ende des Winters alle betroffenen Bäume gefällt haben, geht es im Frühjahr immer weiter." Die Dimensionen verdeutlicht Forstdirektor Michael Kreppel. Ein weiblicher Borkenkäfer legt 150 Eier, die Hälfte davon weiblich. Aufgrund des langen und heißen Sommers gab es drei Borkenkäfer-Generationen mit mehr als 400 000 Schädlingen, die auf einen einzigen Käfer zurückzuführen sind. "Da kann sich jeder das Ausmaß des Schadens vorstellen", erklärt Kreppel, der darauf hinweist, dass 300 Borkenkäfer reichen, um eine Fichte zu vernichten.

Die extreme Trockenheit habe ebenfalls dazu beigetragen, dass die Bäume beim Schädlingsbefall anfälliger wurden. Revierförster Stefan Ludwig ruft daher alle Waldbesitzer auf, ihre Bäume auf Borkenkäfer-Befall zu untersuchen. Als Kennzeichen eines Käfer-Befalles nennt er sich rot färbende Kronen und abfallende Rinde, selbst wenn der Gipfel noch grün ist. Am Stamm sind häufig Bohrlöcher zu finden. Austretendes Harz zeigt, wo der Käfer den Baum angebohrt hat.

Auch Bäume, die der Sturm Fabienne im vergangenen Herbst umgelegt hat, müssten schnellstens aus dem Wald gebracht werden. Sie seien ideale Nistplätze und Brutstätten für den Borkenkäfer. Dies gelte auch für die Baumkronen. "Ich weiß, das ist aufwendig, aber die Gipfel sind willkommene Brutstätten für den Borkenkäfer", erklärt Forstdirektor Michael Kreppel.

"Derzeit läuft die Holzabfuhr bei uns sehr gut", motiviert Revierleiter Stefan Ludwig die Waldbauern. Da in anderen Regionen Bayern noch viel Schnee liege, hätten die Waldbauern hierzulande nun eine gute Chance, ihr Käferholz noch schnell an den Mann zu bringen. Wer den Holzeinschlag nicht selbst bewältigen kann, möge sich an einen Dienstleister oder die Waldbesitzervereinigungen wenden. "Es eilt", so Ludwig.