"Weißkopfkinder" der Grund- und Mittelschule Ebermannstadt lernen das afrikanische Trommeln. Und plötzlich bebt das ganze Schulhaus.
"Mir hat am Besten gefallen, dass die Achtklässler uns afrikanische Zöpfe geflochten haben", strahlt die Erstklässlerin Julia Richter übers ganze Gesicht und flitzt wieder zu ihrer Trommel. Auch ansonsten fand sie "die ganze Woche toll".
Im Rahmen der Projektwoche Afrika wurden die Schülerinnen und Schüler von der Gruppe Tamborena in die Kunst des Trommelns eingeführt. Das Leben und die Kultur afrikanischer Kinder wurde durch verschiedene Workshops, Vorträge, Gesang und Bastelarbeiten den Schülern veranschaulicht. Und am Tag des Trommelzaubers konnten es alle spüren. Dieses unbeschreibliche afrikanische Lebensgefühl, das jeden ansteckt und mitreißt. Johnny Lamprecht, (Weiß-) Kopf der Gruppe Tamborena aus Münster und "DJ Dr. Fofo" (alias Kagni Hetcheli aus Togo) übten zunächst mit den älteren, dann mit den jüngeren "Weißkopfkindern" einfache Trommelrhythmen ("Ich bin klasse, du bist klasse, wir sind klasse"), Lieder und Bewegungsspiele.
Doch es wurde nicht nur auf den mitgebrachten Djembe-Trommeln der Takt geschlagen. Die Schüler durften erfahren, dass auch der eigene Körper verschiedene Trommeln bereithält. Neben der "Nutella-Bauch-" und "Müsli-Bauch-Trommel" lernten die Schüler genauso die leisesten Trommeln der Welt, nämlich ihre "Ohrläppchen-Trommeln", kennen. Über beide Ohrläppchen strahlende Gesichter waren der Lohn für diese kleine Körperkunde.
Zum großen Mitmachkonzert waren nachmittags dann die Eltern, Geschwister und Großeltern eingeladen. Auch sie ließen sich anstecken von der guten Stimmung und nahmen gerne teil an der Reise nach Afrika, auf die sie mitgenommen wurden. Stillsitzen oder Stehen blieben da nur die Wenigsten - Mitmachen war angesagt - trommelnd, singend, tanzend und herzlich lachend. Der ohrenbetäubende Lärm von 250 im gleichen Takt geschlagenen Trommeln, der durch die Aula und Flure der Schule halte, störte an diesem Nachmittag niemanden.
"Wir möchten vor allen Dingen jungen Menschen die Probleme und Perspektiven Afrikas näher bringen und sie für entwicklungspolitische Fragestellungen sensibilisieren", so Michaela Schraudt von der Organisation NEIA (Nachhaltige Entwicklung in Afrika). Sie besuchte eine erste Klasse.