"So viele indische Schwestern habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen", staunte eine Gottesdienstbesucherin. Für den Besuch der Schwestern gab es allerdings eine einfache Erklärung: das 25. Jubiläum der Assisi-Schwestern von Maria Immaculata in der Eggolsheimer Kirche St. Martin.

Obwohl das Silberjubiläum nachmittags an einem Wochentag gefeiert wurde, fanden sich rund 400 Menschen in dem Gotteshaus ein, um die von Erzbischof Ludwig Schick, Gemeindepfarrer Daniel Schuster und sechs weiteren, teils indischen, teils deutschen Priestern, zelebrierte Messe mitzufeiern. Etwa ein Drittel der Gottesdienstteilnehmer waren - überwiegend indische - Ordensschwestern.

"Liebevolle Zuwendung"

Die großes Resonanz des Festgottesdienstes mag bestätigen, was Schick in seiner Predigt gegenüber den Schwestern würdigend hervorhob: "Dass unsere Caritas-Heime in der
Erzdiözese Bamberg einen so guten Ruf haben, ist nicht zuletzt unseren Schwestern aus Indien zu verdanken."

Alte, kranke und pflegebedürftige Menschen, aber auch deren Angehörige und sonstige Besucher der betreffenden Einrichtungen seien dankbar für die "liebevolle Zuwendung" der Schwestern. Die Schwestern arbeiten in den Seniorenwohnheimen St. Martin in Eggolsheim, St. Josef in Gaustadt und im Marienhospital Erlangen.

Auch in Vierzehnheiligen kommen sie laut Schick auf vorbildliche Weise dem Dienst am Menschen nach. Dafür hätten sie große Opfer gebracht: eine neue Sprache, eine fremde Kultur oder die Ausbildung zur Krankenpflegerin.

Auch hätten sie die Trennung von ihren Familien und Verwandten auf sich genommen. Stellvertretend für das Wirken des Ordens Maria Immaculata in der Erzdiözese Bamberg rückten die Schwestern das hohe Verdienst ihrer in Eggolsheim lebenden Regionaloberin ins Licht. In ihrer Bescheidenheit gibt sie nicht einmal ihren Nachnamen preis, sondern lässt sich nur als Schwester Juliet anreden.

"In den 25 Jahren unserer Anwesenheit hier warst Du wie ein Licht, an dem wir uns orientiert haben, das uns immer Zuversicht gegeben hat, und weil Du mit deinem unerschütterlichen Gottvertrauen da warst, haben wir gewusst, wir schaffen das", gab eine Mitschwester der Verehrung Ausdruck, die die Regionaloberin in Ordenskreisen genießt.

Extra angereist

"Selten findet man eine Ordensschwester von solcher Sachlichkeit, Ruhe und Gelassenheit", weiß auch Norbert Kipp nur Gutes über Schwester Juliet zu berichten.

Der 52-Jährige ist zur Feier eigens aus Nordrhein-Westfalen angereist. Schon seit 20 Jahren ist der Steuerberater, der ehrenamtlich die steuerlichen Belange des dem Orden zugehörigen Vereins für Missionsarbeit regelt, den Schwestern sowie deren langjährigem geistlichen Betreuer John V. Thadathil eng verbunden.

Thadathil war zehn Jahre lang Pfarrer in Drügendorf war. Noch heute kommt er jeden August nach Deutschland, um Pfarrer Schuster für vier Wochen zu vertreten.