Forchheim Nach einem erneuten Ringen um die künftige Nutzung des Rathauses, haben sich die Stadträte am Mittwoch auf ein Konzept geeinigt. Demnach wird das sanierte Gebäude nicht mehr der Amtssitz des Oberbürgermeisters sein.
Groß war der Ärger bei jenen, die sich für ein Integratives Café eingesetzt hatten. Das wird es nicht geben, denn eine 23-Stimmen-Mehrheit votierte dafür, erneut die Touristeninformation im Rathaus unterzubringen. Die "große Errungenschaft" sieht Manfred Hümmer (FW) in der Barriere-Armut des neuen Hauses. Das Treppenhaus und der Aufzug, auch darauf haben sich die Räte geeinigt, wird in einem Glasanbau ausgelagert.


Trinkhalle mieten

Stadtplanerin Claudia Stumpf betonte: Die Trinkhalle im Keller sei kein gastronomischer Raum, der verpachtet werde, sondern ein Veranstaltungsraum "als Ausgangspunkt für touristische Führungen". Vergleichbar dem Gewölbekeller in der Kaiserpfalz, der auch für private Feiern vermietet werden könne, sagte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD).

Franz Noffke (REP) drängte darauf, dass nun auch mal die Gesamtsumme für die Sanierung benannt werden sollte: "Sind es 15 Millionen Euro oder werden es 30 Millionen?"
"Noch wabern wir mit der Diskussion im Nebel", meinte Kirschstein: Die Ziele seien nicht festgezurrt, daher könne auch die Sanierungssumme nicht benannt werden.

Ungewiss ist beispielsweise, wie viel Geld der Stadt entgeht, weil sie (mit dem Beschluss vom Mittwoch) die höhere Förderung für ein Café verpasst und statt eine niedrigere Förderung für die Touristen-Info in Kauf nimmt.
Holger Lehnard (CSU), Manfred Hümmer (FW) und Ulrich Schürr (JB) betonten, dass sie dem Nutzungskonzept nur zustimmen könnten, wenn die Tourist-Information im Rathaus eingerichtet werde.
Und dies, obwohl Planerin Stumpf daran erinnert hatte, dass künftig Stadt und Landkreis gemeinsam werben wollten und dass für diese Touristen-Zentrale "der Platz im Rathaus nicht ausreicht."

Daher appellierte Albert Dorn (SPD) vor allem an die CSU, umzudenken: "Sie haben schon ganz andere Kaliber von Beschlüssen umgeworfen." Selbst die Tourismus-Mitarbeiter der Stadt hätten sich dahingehend geäußert, dass das Rathaus nicht der geeignete Platz für die Touristinfo sein könne, erinnerte Albert Dorn und fragten unwirsch: "Warum wollen Sie das partout ignorieren und die bessere Lösung verhindern?" Auch Rainer Büttner (SPD) war der Meinung, dass ein Integratives Café die bessere Lösung wäre: "Das nützt dem Catering im Haus. Außerdem belebt die Zusammenarbeit mit behinderten Menschen die Inklusion."

Sebastian Körber (FDP) distanzierte sich von den "rechthaberischen Grabenkämpfen". Warum sollte es etwa nicht denkbar sein, ein Café als "Teil der Tourist-Info" in das Rathaus zu integrieren? Auf das Café zu verzichten bedeute in jedem Fall, "dass es für den Steuerzahler teurer wird".
Das wiederum bezweifelten Reinhold Otzelberger (SPD) und Josua Flierl (CSU). Der SPD-Rat gab zu bedenken, dass eine neu zu bauende Tourist-Info am Paradeplatz Investitions- und Unterhaltskosten mit sich brächte. Flierl meinte ebenfalls, dass ein Café letztlich mehr kosten bereiten würde, als eine Touristinfo im Rathaus. Kommentar Kirschstein: "Ich weiß nicht, wie Sie dazu kommen?"

Ebenfalls nicht klar zu beantworten war die Frage, ob der Große Rathaussaal als Veranstaltungsort ohne feste Bühne auskommen muss? Die geplante mobile Bühne bedeute eine "Verschlechterung", weil der Auf- und Abbau bei jeder Veranstaltung den Bauhof in Trab halte und die Bühne zudem schwer zu lagern sei, war Reinhold Otzelberger überzeugt.
Die Stadt habe bereits eine mobile Bühne, widersprach Oberbürgermeister Kirschstein; er könne keine Verschlechterung in der Lösung sehen. Als Kompromiss zwischen mobiler und fester Bühne schlug Ludwig Preusch (FW) eine "Klappbühne" vor.