Die Forchheimer wussten es schon immer: In der Königsstadt gab und gibt es beste Biere. Wenn es nach den eingefleischten Stammgästen der örtlichen Biertempel geht, gibt es darüber überhaupt keine Zweifel, egal wessen Gerstensaft der vier einheimischen Brauereien im Krug schwenkt. Nun haben die Fans der hiesigen Braukunst ihr "mündlich" gefälltes Urteil auch noch schwarz auf weiß bestätigt bekommen. Da die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind, gibt es auch für die Braukünste einige Wettbewerbe, in denen das Gebräu von Fachleuten genauestens unter die Lupe genommen und nach unterschiedlichen Parametern wie Geschmack, Schaum oder Farbe beurteilt wird. Einer davon ist die jährlich stattfindende "Frankfurt International Beer Trophy". Sie gehört zu den größten und bedeutendsten Wettbewerben Deutschlands und steht seit 2018 internationalen Brauereien offen.

Christian Schuster junior, der sich die Geschäftsführung der familieneigenen Brauerei Greif mit seinem Vater - ebenfalls Christian Schuster - teilt, nahm in diesem Jahr erstmals mit verschiedenen Bieren in Frankfurt teil und war vom Ergebnis sehr positiv überrascht: "Unser Lagerbier gewann Silber und das Leichtbier hat Gold gewonnen. Mit dem Prädikat .Großes Gold' schnitten unser helles Weizen und unser dunkles Weizen ab. Der absolute Hammer war unser Bockbier. Es hat nicht nur ,Großes Gold' gewonnen, sondern wurde auch zum besten Bier des gesamten Wettbewerbs unter allen 2600 Bieren gewählt. Ein Wahnsinn."

Der 33-jährige Braumeister ist sich dessen bewusst, dass es bei den Wettbewerben für Bier Unterschiede gibt: Zu den Wichtigsten zählen seiner Meinung nach der "World-Beer-Award", die "Frankfurt International Beer Trophy", der "European-Beer-Star", der "World-Beer-Idol" und die "Berlin International Beer Competition". "Bei den beiden letzteren räumten wir heuer ebenfalls ab, denn unser Greif Hell wurde beim 2020-Beer-Idol bestes Bier des Wettbewerbs und zwei weitere Bieren bekamen Silber und Bronze", berichtet Schuster.

Schon Anfang März hatte Christian Schuster junior vier Biere zur "Berlin International Beer Competition" geschickt und stand mit allen Bieren auf dem Treppchen, ohne dies damals an die große Glocke zu hängen. Auf der Internetseite der Brauerei nehmen die Auszeichnungen der letzten Jahre mittlerweile einen stattlichen Platz ein. Schuster erklärt: "Da holten wir zweimal Bronze für das Greif Hell und das helle Weizen. Außerdem die Silbermedaille für unser ,Schlöbberla' und das Annafest-Bier." Dieses kann man seit kurzem direkt in der Brauerei oder den Märkten in Forchheim kaufen. Und als i-Tüpfelchen für das bisherige Jahr wurde Greif-Bräu dann am Ende in Berlin, wie schon zuvor beim "Beer-Idol"-Wettbewerb, sogar zur "besten Brauerei Deutschlands 2020" gekürt.

Vater Christian Schuster sieht trotz der Annafest-Absage positiv in die Zukunft: "Mir ist nicht bange, weil mein Sohn immer wieder kreative Ideen aus dem Hut zaubert. Freilich freut es uns und sicher auch die anderen Forchheimer Brauereien, wenn die Einheimischen beim Bier patriotisch denken."