"Schade, sehr schade, wir waren ein gutes Team - keiner ist begeistert", bedauert die Bäckereiverkäuferin. Sie ist eine von zehn Angestellten, die in Teil- oder Vollzeit in der Bäckereifiliale Zuckersüß in der Hafenstraße arbeiten und jetzt ihren Job verlieren, weil die Bad Windsheimer Bäckereikette in einem Insolvenzverfahren steckt.

"Der Insolvenzverwalter hat gemeinsam mit der Geschäftsleitung entschieden, die Forchheimer Filiale zu schließen, um den Gesamtbetrieb wieder auf gesunde Füße stellen zu können", erklärt Andrea Kreutz, die in Verwaltung des Bäckereibetriebes arbeitet. In Bad Windsheim wurde das Unternehmen vor 15 Jahren gegründet. Inhaber ist Florian Pianka, der den Betrieb 2013 mit Filialen in Rothenburg, Burgbernheim, Leutershausen, Uffenheim und mit der vor zwei Jahren eröffneten Niederlassung in Forchheim vergrößert hat.

Zum 31. Mai soll die Filiale in der Hafenstraße geschlossen werden. Und dies, obwohl das Café mit Backwarenverkauf dem Anschein nach gut besucht ist. Hier treffen sich Müttergruppen, gehen Beschäftigte und Kunden der umliegenden Betriebe zum Mittagsimbiss und nehmen sich Zuckersüßes mit nach Hause. Doch unter dem Strich sei die Forchheimer Filiale ein Draufzahlgeschäft, betont Andrea Kreutz. Dies liege unter anderem auch an der langen und kostentreibenden Lieferstrecke, auf der die Backwaren tagtäglich von der Produktion in Bad Windsheim bis Forchheim unterwegs seien. Man habe den Forchheimer Angestellten zwar das Angebot gemacht, in anderen Niederlassungen unterzukommen, jedoch sei dies wegen des verzweigten Filialnetzes auf keine Resonanz gestoßen.

Eine Mitarbeiterin befinde sich in Ausbildung - um ihren Abschluss sicherzustellen, sei man behilflich dabei, sie in einem anderen Betrieb unterzubringen, versichert Andrea Kreutz. Die Zukunft für den Stammbetrieb sehe gut aus, erklärt die Sprecherin aus der Firmenverwaltung. Man sei in Gesprächen mit Investoren.


Großer Konkurrenzdruck

Wenn Filialisten zu schnell expandieren würden, und der Kostenrahmen nicht mehr mit dem Gewinnrahmen übereinstimme, könne es rasch in eine Insolvenz gehen, erklärt Alfred Seel, der Obermeister der Bäcker-Innung Bamberg-Forchheim. Die Konkurrenz sei nicht der Mitbewerber aus den Reihen der handwerklichen Bäckereien sondern Discounter und Supermärkte. "Der Druck ist dermaßen stark, dass wir zu beißen haben", betont der Obermeister. Eine besonders schwierige Situation herrsche in Forchheim: "Hier gibt es nur noch zwei backende Betriebe - der Rest sind Filialen von außerhalb".