Dass auch die Schalterhalle einer Bank zum Genussort werden kann, beweist die aktuelle Ausstellung zur Veranstaltungsreihe "Kunst & Genuss" in der Volksbank Forchheim. "Da in diesen turbulenten Zeiten allerdings nichts so konstant ist wie die Veränderung, findet auch diese Vernissage in deutlich anderem Rahmen statt als geplant", führte Helmut Pfefferle, Vorsitzender des Tourismusvereins Rund ums Walberla-Ehrenbürg e. V., in seiner Begrüßungsrede aus.

So sah das Hygienekonzept der Vernissage maximal zehn Besucher vor. Dem Ausstellungsziel kommt dahingehend eine noch größere Aktualität zu. "Gerade in diesem Jahr möchte Kunst & Genuss positive Zeichen setzen", bekräftigte auch Organisatorin Tania Engelke. "Daher wollen wir einen kleinen Impuls geben, die kommenden Wochen nicht nur mit einem weinenden, sondern eben auch mit einem lachenden Auge zu sehen."

"Jedes Bild dieser Ausstellung fordert den Betrachter in der Tat dazu auf, genau hinzusehen und scheinbar Alltägliches einmal ganz neu zu entdecken", zeigte sich Christoph Rüger, Filialleiter der Volksbank Forchheim, Reuth und Weilersbach, von den ausgestellten Werken beeindruckt. Auch bei der diesjährigen "Kunst & Genuss"-Veranstaltungsreihe beteiligt sich die Volksbank nicht nur als Sponsor, sondern möchte als Kunststation die Arbeiten der teilnehmenden Künstler der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und nicht nur das: "Es macht einfach Spaß, Kurt Neubauers Werke zu betrachten. Auch ich selbst muss zum Beispiel vor dem Bild, auf dem mir ein Mann quasi den Weg in mein Büro weist, immer wieder innehalten und überlegen. Irgendwie kommt er mir nämlich bekannt vor!"

Wen er auf diesem Acrylbild dargestellt hat, wurde von Kurt Neubauer allerdings nicht verraten. "Jedes Bild darf ruhig ein Geheimnis haben, das macht es schließlich umso reizvoller", schmunzelte er. Großformatige Werke wie dieses entstehen in seinem Atelier. "Oftmals kann eine Arbeit auch nur im Atelier ausgeführt werden. Danach zieht es mich aber ganz schnell wieder nach draußen," gab er einen Einblick in den Entstehungsprozess seiner Arbeiten. So bereist und erforscht er, ausgerüstet mit Staffelei und Zeichenmaterial, gerne bekannte wie unbekannte Regionen.

In dieser Ausstellung hat Kurt Neubauer, der heuer den Red Dot Award in der Kategorie Publishing & Print Media erhielt, den Schwerpunkt auf die klassische Tuschezeichnung gelegt. "Der Mensch fühlt sich im ersten Moment von Farben zwar stärker angesprochen als von schwarzer Tusche auf weißem Papier", erklärte er seine Werkauswahl. "Diese Bilder sind jedoch spontan vor Ort entstanden. Dazu wollte ich möglichst wenig Equipment mit mir herumschleppen."

Tusche und Büttenpapier reichen Kurt Neubauer hier aus, die auf seinen Streifzügen entdeckten Motive in zügigen Federzeichnungen festzuhalten, und durch verschiedenste Schraffuren Licht, Schatten und Strukturen zu erzeugen.

Blick fürs Besondere

Eine in diesem Jahr entstandene Walkersbrunner Ortsansicht findet sich ebenso wie die typisch fränkische "Scheuern". "Eine solche, vermeintlich unspektakuläre Scheune, oder auch eine Traktorspur auf einem alten Feldweg finde ich genauso interessant wie die Darstellung komplexer Industriearchitektur", so Kurt Neubauer. "Meine Motive finde ich daher überall; alle zeigen jedoch Orte, die mich angesprochen haben und an denen ich mich wohl fühlte." Natürlich darf auch Farbe aufs Bild: Hier verwies Kurt Neubauer auf ein weiteres großformatiges Acrylbild, das mit einem Blick in eine weite, ruhige Schneelandschaft ja vielleicht schon einen kleinen Vorgeschmack auf den kommenden Winter gibt.

Die Ausstellung ist - unter Beachtung der aktuell geltenden Abstands- und Hygienemaßnahmen - während der Öffnungszeiten der Volksbank Forchheim in der Hauptstraße 39 noch bis einschließlich 20. November 2020 zu besichtigen.