"Wie kann man nur so schamlos und skrupellos sein und versuchen, einen Verein zu betrügen, der sich für Kinder einsetzt", schimpft Wolfgang Mehrer, Kassier beim Deutschen Kinderschutzbund Kreisverband Forchheim. Bereits zum zweiten Mal haben Betrüger versucht Geld von Konten des Vereins ins Ausland zu transferieren. "Diesmal zum Glück ohne Erfolg, denn wir haben nach dem Vorfall von vor zwei Jahren einige Sicherungsmaßnahmen eingeführt, die gewirkt haben", erklärt Mehrer.

Der Kinderschutzbund Forchheim hat mehrere Spendenkonten bei verschiedenen Banken. "Die müssen natürlich öffentlich sein, damit Menschen spenden können", so der Kassier. Im Juli war Vorstandsvorsitzende Lisa Hümmer von einer Bank angerufen worden, da ein zweifelhafter Überweisungsbeleg ins Ausland eingegangen war. Die Vorsitzende untersagte sofort den Geldtransfer. Danach meldeten sich noch weitere Banken wegen eingereichter Überweisungsträger.

Eine vorgeschobene Reise

"Die Betrüger haben sich Papierüberweisungsbelege besorgt, unsere Kontonummern angegeben und Unterschriften gefälscht", erklärt Mehrer. Die Belege wurden dann in die Briefkästen der Banken eingeworfen. Das Geld sollte in zwei Fällen an Firmen in Spanien und in zwei Fällen nach Deutschland überwiesen werden. "In einem Fall war bei der spanischen Firma eine Reise im Wert von 18 000 Euro gebucht worden. Wäre das Geld auf dem Konto des Reiseveranstalters gewesen, hätten die Betrüger die Reise storniert und sich das Geld auf ein anderes Konto vergüten lassen", erzählt Wolfgang Mehrer.

Insgesamt hatten die Betrüger versucht, 36 000 Euro abzubuchen. Bei einer der Banken wird der Briefkasten videoüberwacht. "Allerdings kann man die Person, die den Beleg einwirft, nicht gut erkennen", so Mehrer. Der Kinderschutzbund brachte das Vorgehen zur Anzeige und bat die Polizei, die Überweisungsträger abzuholen, in der Hoffnung, dass darauf Fingerabdrücke zu finden sind.

"Wir überweisen elektronisch"

Vor zwei Jahren war bereits ein kleinerer Betrag an eine Firma nach Frankereich überwiesen worden. "Da hatten wir Glück, dass wir das rechtzeitig gemerkt haben und das Geld von der französischen Firma zurück bekommen haben", sagt der Kassier. Jetzt will der Kinderschutzbund mit den Banken sprechen, damit Überweisungen ins Ausland prinzipiell abgelehnt werden. Seit dem ersten Vorfall wurden bereits einige Sicherungen eingeführt.

"Ich kann nur jedem Verein empfehlen, auch ein Auge darauf zu haben, damit da nicht auch so etwas geschieht", empfiehlt Wolfgang Mehrer. Er rät anderen Vereinen, dass sie auf den Spendenkonten keine großen Beträge halten, dann fallen größere Überweisungen auf, da sie nicht gedeckt sind. Außerdem ist zu überlegen, ob Papierüberweisungen überhaupt angenommen werden sollen. "Wir überweisen nur elektronisch und haben uns eine besondere Unterschriftenregelung einfallen lassen", sagt Wolfgang Mehrer und meint, dass er immer noch fassungslos über diesen versuchten Betrug sei.