Ein seltener Fall war bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrats Baiersdorf eingetreten: Bürgermeister Andreas Galster (CSU) ist nach einem Verkehrsunfall derzeit noch dienstunfähig. Die Amtszeit seiner Vertreterin Eva Ehrhardt-Odörfer (SPD) endete am 30. April. Deshalb musste vom Landratsamt Erlangen-Höchstadt nach den Regeln des bayerischen Kommunalrechts ein Staatsbeauftragter eingesetzt werden, bis Baiersdorf wieder einen gewählten Bürgermeister hat.

Deshalb eröffnete Manuel Hartel von der Kommunalaufsicht auch die Sitzung. Ihm oblag es auch, die acht neuen Ratsmitglieder zu vereidigen: Barbara Baader und Helmut Nießer von der CSU, Sarah Grasser, Jutta Ries und Alexander Roll von den Grünen, Sophie Ries und Thomas Voit von der SPD sowie als Vertreter der Jungen Liste Philipp Glaser.

Stärkste Fraktion bleibt mit sechs Sitzen die CSU. Auf Rang 2 rutschte mit nun fünf Sitzen die Grünen-Fraktion. Die SPD stellt vier Ratsmitglieder, die Freie Wählergemeinschaft drei, FDP und Junge Liste je einen. Die beiden letzten Gruppierungen schlossen sich zu einer Ausschussgemeinschaft zusammen.

Eva Ehrhardt-Odörfer Zweite Bürgermeisterin

Einstimmig beschloss der Rat, zwei Bürgermeisterstellvertreter zu wählen. Die weitere Stellvertretung sollen die Ratsmitglieder nach ihrem Dienstalter und nicht wie bisher Lebensalter wahrnehmen. Wie zu erwarten wählte man einstimmig Eva Ehrhardt-Odörfer zur Zweiten Bürgermeisterin. Sie vertritt Galster seit Januar. Für das Amt des zweiten Stellvertreters wurden Karlheinz Roll (Grüne) und Dorothea Neubauer (CSU) vorgeschlagen. Bei der Wahl entfielen auf Roll neun und auf Neubauer elf Stimmen.

Die fünf Ratsmitglieder unter 30 Jahren stellten einen gemeinsamen Antrag, einen beschließenden Jugendausschuss einzurichten. Sie begründeten das mit dem hohen Anteil von Personen unter 30 in der Stadt und auch der Schwierigkeit, Jugendliche für politische Betätigung zu gewinnen. Das bestätigte Julia Seidel (FDP) aufgrund ihrer Beobachtungen beim Isek-Prozess (Integrierte städtebauliche Entwicklung). Sarah Grasser (Grüne) wies darauf hin, dass ein Fünftel des Rats dieser Generation angehöre: "Das Alter der Kandidaten war offenbar ein wichtiges Kriterium für die Wähler." Dagegen führte Angelika Lösel (FW) die Generationengerechtigkeit ins Feld. Sie befürchtet, dass Parallelstrukturen entstehen und auch aus dem Seniorenbeirat ein Ausschuss werden könnte. Den Gedanken wies Thomas Voit (SPD) weit von sich: "Es geht um die Generation, die sich selber noch nicht so gut einbringen kann." 16 Ratsmitglieder folgten dem Antrag der Jungen.

Aus dem bisherigen Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss wird ein Bau- und Verkehrsausschuss. Er wird als einziger Ausschuss wie bislang ab 8 Uhr früh tagen. Die Uhrzeit hat sich bewährt, weil häufig Bauexperten hinzugezogen werden müssen. Für den Rat selber und alle anderen Ausschüsse ist der Beginn auf 19.30 Uhr festgelegt. Die Umweltthematik wird in den Energieausschuss eingegliedert. Auch er ist künftig beschließend.