Rund 80 Teilnehmer folgten der Einladung des Sprechers der "Bürgerinitiative pro Wiesenttal - Stoppt die Ostspange", Heinrich Kattenbeck, zum Ausgangspunkt einer Demonstration mit Start am Bahnhof Pinzberg. Er ist gleichzeitig Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz. Kattenbeck versteht die Initiative, die auch von der SPD, den Grünen und Jungliberalen unterstützt wird, als parteineutral.

Die CSU attackierte er heftig, mit einer Verkehrspolitik über die Köpfe der Bürger hinweg die attraktive Landschaft verschandeln zu wollen, sinnlos 40 bis 80 Millionen Euro für die Spange Ost verschwenden zu wollen. Anschließend demonstrierten die Akteure mit Stangen und Bändern, was eine 6,50 m hohe Brücke unmittelbar vor den Toren von Gosberg über die Bahngleise bedeuten würde. "Stellt Euch vor, wie das Walberla hinter dieser großen Brücke aussehen würde", meinte er.

Kattenbeck malte das Szenario vom Schwerlastverkehr, vom Sattelschlepper bis zum Gigaliner, die vermehrt auf der Strecke Höchstadt-Pegnitz angezogen würden. Die Zahl der Pendler würde nach einer Studie nicht mehr wachsen. Er dankte dem Straßenbauamt, dass er die aktuellen Pläne erhalten hat, die einen vierspurigen Ausbau der vorgesehenen Bundesstraße von Forchheim-Süd bis zur Brücke zeigen. Roland Kraus, Mitjagdpächter aus Gosberg, forderte ein durchdachtes Nahverkehrskonzept.

Mit Schildern an der Trasse

Der Zug von Demonstranten mit ihren Schildern bewegte sich an Gosberg vorbei mit Endziel Bahnhof Wiesenthau. Helmut Schmitt, Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz in Bayern, führte den Zug an. Anfangs veranschaulichte er die Trasse von der Westspange kommend, den Verkehrsübungsplatz und anschließend ein Feuchtgebiet schneidend. "Dort beobachtete ich im Frühjahr seltene Vögel wie den Wasserläufer, den Schwarz- und Weißstorch und viele andere seltene Vogelarten", erzählte er. Eine Straße, 26 m breit und eine Brücke, 6,50 m hoch, gefährdeten Biotope.

Rotraud Krüger, Wiesenthau, Biologin, beobachtete 25 Störche, Kiebitze, eben ein Vogel-Eldorado mit riesigen Schwärmen auf der genannten Strecke. Sie sieht den Landschaftschutz ebenso gefährdet wie das Wasser für die Gosberger Brunnen.

Die Begegnung mit Theo Galster - er kam mit dem Fahrzeug des Weges - unterbrach kurz, aber heftig die Einmütigkeit der Atmosphäre. Er ist der größte Landwirt in Gosberg, "Ihr schert Euch nicht um die Menschen hier, da ist der Vogel wichtiger als der Mensch", warf er den Marschierern erregt vor. Galster wohnt an der neuralgischsten Stelle des Durchgangsverkehrs von Gosberg. Seine Einwände wollte niemand hören. An der Hirtenbachbrücke von Gosberg verwies Roland Kraus auf das mögliche Hochwasser, das dann nicht mehr abfließen könne. Gerne hätten die Teilnehmer noch gewusst, wie hoch die Lärmschutzwälle ausfallen. Dazu gab es aber keine Angaben. Altbürgermeister Ernst Drummer, Wiesenthau, engagiert sich an vorderster Front für die Erhaltung des jetzigen Zustands und der Wiesenthauer Fluren.

"Nur ein Drittel des verwendeten Gehirnschmalzes, was in die bisherigen Planungen geflossen ist, würde ausreichen für gute Lösungen", meinte Wolfram Weltzer, früherer Landesjugendleiter des BN, aus Forchheim. "Man könnte mit dem Geld auf der Gosberger und der Reuther Achse einen öffentlichen Bahn- und Busverkehr installieren, der alle 15 Minuten fahren könnte und noch kostenlos wäre", sagte Weltzer. Richard Heilmann, Gosberg, beklagte den Verlust wertvollen Ackerlandes. "Die halbe Jagd ist tot, vor allem beim Niederwild", fürchtet er als Jäger.

Die Wanderung zur Veranschaulichung der Situation führte über Feldwege, an Gosberg vorbei. "Es ist eine Schande, dass nicht ein einziger Gemeindevertreter aus Pinzberg und Gosberg an dieser Demonstration teilgenommen hat", rief Richard Heilmann am Ende der Veranstaltung. Bedauert hat auch Christian Kiehr, BN-Vorsitzender Ebermannstadt/Wiesenttal, dass keine politischen Vertreter dabei waren. "Wir befürchten, dass die Ostspange noch mehr Verkehr bringt. Der überregionale Schwerlastverkehr muss aus dem Wiesenttal verbannt werden", ist seine Forderung. Kattenbeck ergänzte am Bahnhof Wiesenthau, dass er eine Petition an das Bundesverkehrsministerium schreiben werde mit der Bitte um Streichung aus dem Verkehrswegenetzplan. Andernfalls strebe er ein Bürgerbegehren 2014 an.