Von der Aufregung, im Vorfeld des angekündigten Besuchs von "Gangsta-Rapper" Farid Bang in Forchheim war am Samstagabend nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Die Stimmung im Kolpingsaal, in dem sich die 223 Zuschauer fast etwa verloren vorkamen, war alles andere als aggressiv. Laut Polizei verlief der Abend ruhig. Es waren keine Sicherheitsstörungen zu vermelden.

Kurz nach 20 Uhr wurden die wartenden Fans vor dem Kolpingsaal hereingelassen. Dort versuchte DJ "Hyphy" die Jugendlichen unter anderem mit Musik von Eminem, Sido, DMX und Tyga in Stimmung zu bringen. "So eine Veranstaltung sollte öfter stattfinden. Wahrscheinlich wird es aber das erste und das letzte Mal gewesen sein", meinen Mike (22) alias Boss und Fatih (19) alias Fatih Bang aus Hallerndorf.

Ihnen gefallen vor allem die Texte des Rappers, der mit bürgerlichem Namen Farid Hamed El Abdellaoui heißt. Steffi (22) war bereits zweimal auf einem Konzert des Rappers. Ihr gefallen weniger seine "Prolltexte", sie steht auf seine "seichteren Kreationen". Manche Texte handeln von Situationen, in die man sich gut hineinversetzen kann", findet Steffi.

Witzige Wortspiele

Christoph Kreischer (20) aus Dormitz findet es gut, dass ein Künstler wie Farid Bang in Forchheim auftritt. Er betrachtet diese Art von Musik als "sozialen Ausgleich" zu seinem Studium. "Natürlich darf man seine Texte nicht ganz ernst nehmen, sondern muss die Ironie darin erkennen", meint der Student. Die Diskussion um dieses Konzert kann er nicht nachvollziehen. Auch Ekici Devran (16) aus Forchheim findet die Wortspiele gut. Er vermutet, dass sich die Ansichten der Leute gegenüber Rap-Musik in der Zukunft lockern werden.

Nur eine halbe Stunde

Ganz in schwarz, mit Sonnenbrille und dunkler Kapuzenjacke betritt Farid Bang exakt um 22.30 Uhr endlich die Bühne. Er startet eine grelle, von Lichtblitzen durchzuckte Bühnenshow. Die Bässe wummern, dass jede Unterhaltung unmöglich wird. Doch der spektakuläre Auftritt dauert nur eine halbe Stunde. Der Gangsta-Rapper, dem tags zuvor in Heilbronn noch 5000 Fans zujubelten, gibt vor der mageren Kulisse im Kolpingsaal sieben Songs aus seinem Album "Killa" zum Besten. Danach ist die Show auch schon wieder vorbei. Das Publikum scheint das aber nicht zu stören. Der Rapper bietet seinen Fans an, mit jedem ein persönliches Foto zu machen. Und so steht er noch eine Viertelstunde auf der Bühne, während seine Crew-Mitglieder die Foto-Session routiniert über die Bühne bringen.

Teurer Spaß

Auch Julia und Nadine aus Forchheim (16) lassen sich zusammen mit ihrem Idol ablichten. "Mir gefällt einfach der Beat", schwärmt Nadine. Dass einige Lieder von Farid Bang von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert worden sind, stört sie nicht. Seine Songs kommen einfach echt herüber", sagt die Schülerin. Schade findet sie, dass so wenige Besucher gekommen sind: "Wahrscheinlich liegt es daran, dass der Eintritt so teuer ist", vermutet sie. Die Karten an der Abendkasse kosteten immerhin 28 Euro. "Und die Getränke waren ebenfalls im Hochpreis-Segment angesiedelt."

Auch Veranstalter Achmed Motor muss zugeben, dass der Eintrittspreis wahrscheinlich das Budget der Jugendlichen überfordert hat. "Farid Bang war wohl eine Nummer zu groß für Forchheim", gesteht Motor enttäuscht. Deshalb wolle er solche großen Veranstaltungen erst mal nicht mehr organisieren. Die geplanten Konzerte mit Eko Fresh und Bushido hat er sofort abgesagt. Trotzdem kündigt der Besitzer der Shisha-Bar O.B.A bereits den nächsten Event an. Für 6. Juni hat er den DJ "Polique" vom Hitradio N1 engagiert. Für dieses Event im Kolpingsaal bekommen alle Besucher, die Farid Bang gesehen haben als Dankeschön freien Eintritt.