Die Stadt kann sich sehen lassen. Zum Beispiel auf der Landesgartenschau in Bamberg, wo in einem Pavillon ausgewählte oberfränkische Beispiele für die Städtebauförderung im Zuge des Projektes "Leben findet InnenStadt"gezeigt werden - dabei wurde der Neubau des Paradeplatzes in Forchheim positiv bewertet. Darüber hinaus wurde jetzt in Nürnberg ein weiteres Projekt "geadelt": Das Haus für Wohnungsnotfälle im Forchheimer Norden wurde vom Bund Deutscher Architekten (BDA) ausgezeichnet.
Das im vergangenen Jahr auf dem Gelände gleich neben Forchheimer Polizeiinspektion errichtete Gebäude ist eines von vier Objekten, das beim Wettbewerb "Gute Bauten 2012 - Franken", prämiert wurde.
Dazu gibt es eine Präsentation, die bis zum 7. Oktober im Neuen Museum Nürnberg, Klarissenstraße zu sehen ist.

Auf den zweiten Blick gepunktet

Für die Jury wies Jochen Paul darauf hin, dass unter den zahlreich vertretenen klassischen Bauaufgaben einige "exotische, zunächst unspektakuläre und "arme" Projekte herausgeragt hätten, die auf den zweiten Blick aber punkteten, und dies trotz eher enger Budgets.
Dazu gehört der Wohnungsbau für gesellschaftliche Randgruppen, mit der Stadt Forchheim als Bauherrn , vertreten durch die Wohnungsbau und Sanierungsgesellschaft (GWS). Und den GWS-Chef Heinz Schwwab, freut's besonders, dass es noch dazu seine badischen Landsleute sind, die für die Architektur ausgezeichnet wurden: die freien Architekten Melder und Binker sowie Dittus Böhringer aus Freiburg.
In der Wettbewerbsvorstellung wird auf die Besonderheit des Projektes aufmerksam: Wenn es um die Schaffung von Wohnraum für Menschen am Rande der Obdachlosigkeit gehe, könne man meinen, dass es für Architektur keinen Raum gebe.
"Die Verfasser beweisen das Gegenteil", wird festgestellt. "Mit einfachen Mitteln und geringem Budget ist es hier gelungen einen attraktiven Wohnort zu schaffen, der dem Individuum Geborgenheit und Halt gibt".

Bewohner nicht zweitklassig

Abschließend wird festgestellt: Die Bewohner dürften sich an diesem Ort "nicht als Menschen zweiter Klasse behandelt fühlen".
Stadtplaner Alexander Dworschak betont: "Für die Stadt Forchheim freut mich die Auszeichnung, weil wir schon lange nicht mehr bei einem Wettbewerb vertreten waren".