In der jüngsten Gemeinderatssitzung sind zwei wichtige Beschlüsse gefasst worden: die Ermittlung von Umfang und Kosten der Generalsanierung der Schule und der Beitritt der Gemeinde zum Energieeffizienznetzwerk des Landkreises Forchheim.

Das Architekturbüro Siewertsen (Baiersdorf) war beauftragt worden, festzustellen, welche Schulsanierungsmaßnahmen unbedingt in Angriff genommen werden müssten. Inzwischen haben Ortstermine und Abstimmungsgespräche mit der Verwaltung, der Schulfamilie und den Vereinen, die Räume in der Schule nutzen, stattgefunden, so dass Norbert Siewertsen einen Überblick geben konnte. Er soll dann auch den Antrag auf Förderung durch das "Kommunalinvestitionsprogramm Schulinfrastruktur" (KIP) formulieren, der bis Ende April bei der bayerischen Staatsregierung eingereicht werden muss und der eine Förderung bis zu 90 Prozent bringen könnte.

Die Effeltricher Schule besteht aus mehreren Teilen. Der Altbau entstand 1959; 1968 wurde ein erster Neubau angebaut und etliche Jahre später ein zweiter. Zur 1972 errichteten Turnhalle besteht ein Verbindungsgang. Norbert Siewertsen machte darauf aufmerksam, dass das Vorhandensein dieser verschiedenen Gebäudeteile die Sanierung erschwere. Man plane, sie harmonischer zusammenzuführen und auch im Obergeschoss eine Verbindung zwischen ihnen herzustellen.


Was sein muss

Unbedingt notwendig in der Schule seien beispielsweise die energetische Sanierung vor allem der Dächer, neue Türen, Böden und Decken, neue Treppengeländer, der Einbau eines Aufzuges wegen der nun gesetzlich vorgeschriebenen Barrierefreiheit, ein neues Heizsystem, neue sanitäre Anlagen, Überprüfung und Erneuerung der Elektrik, Belüftungsanlagen und Brandschutz.

Außerdem schlug Siewertsen vor, den sehr großen Raum des bisherigen Lehrerzimmers in einen Multifunktionsraum mit separatem Zugang umzuwandeln, der nachmittags auch vom Musik- und Gesangverein genutzt werden könnte. Das derzeitige Musikzimmer könne dann zum Lehrerzimmer werden.

Bei der Turnhalle müssen die Fassade, das Dach, der Boden, die Wandbekleidung, die Decke, das Heizsystem, die Elektro- und die Lüftungsanlage erneuert werden. Auch der Pausenhof, der Innenhof und der Übergang zu den Sportanlagen seien neu zu gestalten. Die Kosten soll Architekt Siewertsen nun ermitteln und in den Förderantrag einfließen lassen.


Förderprogramm des Bundes

Dominik Bigge vom Landratsamt (LRA) Forchheim und Maximilian Conrad vom Institut für Energietechnik (IfE) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden informierten über kommunale Energieeffizienznetzwerke. Das ist ein Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), einer Behörde des Bundeswirtschaftsministeriums, die sich für erneuerbare Energien und energieeffiziente Techniken einsetzt. Das LRA Forchheim hatte den Gemeinden im Landkreis angeboten, einem in der Entstehung begriffenen Netzwerk von 19 Teilnehmern beizutreten. Der Sammelantrag für dieses Netzwerk zwecks Förderung durch das BAFA ist bereits zum Jahresende 2017 eingereicht worden; die Förderzusage wird für März erwartet. Stadt und LRA Forchheim sind bereits Mitglieder existierender Netzwerke. Selbst bereits in der Phase der Projektrealisierung, können sie die Arbeit des IfE empfehlen.

Hauptziel der dreijährigen Projekte ist die Energie- und Kosteneinsparung bei kommunalen Gebäuden. Durch die enge und kontinuierliche Zusammenarbeit mehrerer Partner können Energiepotenziale wirtschaftlicher und nachhaltiger erschlossen werden. Das IfE, das zurzeit zwölf Netzwerke betreut, berät und begleitet die den einzelnen Kommunen wichtigen Projekte.

Bei regelmäßigen Netzwerktreffen tauschen sich die beteiligten Kommunen aus, helfen einander und regen sich zu neuen Ideen an. Es hat sich gezeigt, dass auf diese Weise Kosten und Aufwand eingespart werden. Ein Netzwerkprojekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Für das erste Jahr gibt es eine Förderung von 70 Prozent, für das zweite und dritte Jahr jeweils eine Förderung von 50 Prozent. Der von der Gemeinde zu zahlende Eigenanteil für die energietechnische Beratung würde sich auf 4800 Euro im ersten Jahr und auf jeweils 4000 Euro im zweiten und dritten Jahr belaufen; für die Netzwerktreffen würden 750 Euro im ersten Jahr und jeweils 1200 Euro im zweiten und dritten Jahr anfallen.

In der Diskussion erfuhren die Räte, dass die Kosten für die energietechnische Beratung variabel sind; sie richten sich nach den tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen. Man kann auch Stundenkontingente von Arbeitsleistungen innerhalb des Netzwerkes tauschen. Die Kostenkalkulation ist individuell auf die Gemeinde zugeschnitten; die erwähnten Kosten sind lediglich eine Kalkulationsbasis.

Als offizieller Netzwerkauftakt ist April/Mai angedacht. Die Frage von Bürgermeisterin Kathrin Heimann (DEL), ob sie bis zum Stichtag des KIP-Antrages Ende April mit Architekt Siewertsen das Heizungskonzept für Schule und Turnhalle beraten könnten, bejahten die Netzwerkvertreter. Daraufhin beschloss der Gemeinderat einstimmig, dem Energieeffizienznetzwerk beizutreten. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Verträge mit dem IfE abzuschließen.