Eine geborene Würzburgerin, die mittlerweile seit acht Jahren in Eggolsheim wohnt, leitet künftig die Grund- und Mittelschule Kirchehrenbach. Rektorin Anette Beilker, 46 Jahre alt, hat am 1. August 2013 den Stab übernommen und die ersten Erfahrungen gesammelt. Die offizielle Einführung folgt in zwei Wochen, am 11. November.

In Erlangen legte Anette Beilker das Abitur ab und studierte in Nürnberg und Erlangen mit dem Hauptfach Deutsch. Die Anwärterzeit führte sie nach Adelsdorf und Höchstadt. Anschließend verbrachte sie zwölf Jahre im Landkreis Fürth, wo Veitsbronn lange ihre schulische Heimat war. Dort hatte sie die Klassenführung in den Klassen fünf bis neun und konnte viele Projekte ausprobieren. In Veitsbronn entdeckte sie ihre Vorliebe für Informatik und fungierte als Ausbilderin von Streitschlichtern. "Ich versuche immer, über den Unterricht hinaus zu arbeiten.
Ich möchte die Schüler mit ihren Fähigkeiten sehen können. Das mache ich gerne, ich bin Lehrerin aus Überzeugung", merkt sie an.

Schulleitung - ein neues Feld

Sie entschloss sich dann nach einiger Überlegung, in die Schulleitung zu wechseln und ging als Konrektorin in die Hermann-Hedenus-Schule in Erlangen. Eine Schule, die sehr strukturiert arbeitet. "Du lernst jetzt einen neuen Beruf als Schulleiter." Mit diesen Worten habe sie der Rektor empfangen. Das letzte Jahr leitete sie die Schule alleine. "Es war für mich die Feuertaufe. Schaffe ich es, habe ich Freude daran oder lasse ich es lieber", waren so ihre Gedanken.

Mittlerweile hat sie die Fränkische Schweiz kennen- und lieben gelernt. Vor vier Jahren bewarb sie sich intuitiv nach Kirchehrenbach. Da arbeiten, wo man lebt, war eine weitere Motivation. Der Schritt von der Konrektorin zur Rektorin war eine neue Rolle. Auch das Umfeld war neu. "Aber ich wurde ganz offen an der Schule aufgenommen. Nach den ersten Wochen fühle ich mich sehr wohl", freut sie sich. Sie finde hier interessante und kreative Menschen, die auch selbst mal etwas in die Hand nehmen und organisieren, zum Beispiel die Wiederbelebung des Schulcafés oder eine Podiumsdiskussion "Berufe rund ums Walberla". Da gebe es so viele tolle Ideen. "Der Rahmen hier ist viel überschaubarer. Die Schüler sind anders. Wichtig ist für mich, sie mit Namen ansprechen zu können", betont sie.

Sie möchte die Begeisterung für die Schule bewahren

Ihre erste Aktion in Kirchehrenbach war, die Erstklässler mit den Eltern zu begrüßen. Es sei herzerwärmend gewesen zu sehen, wie Kinder sich auf die Schule freuen können. "Die Begeisterung für die Schule, die möchte ich möglichst lange so haben."

Positiv findet Beilker die kürzeren Wege zu den Sachaufwandsträgern wie die politische Gemeinde. Die Schule als Lebensraum lasse sich so leichter leben. "Ich möchte die Schule hier noch aufwerten", ist eines ihrer Ziele. Ein wesentliches Ziel sieht die Rektorin in der Steigerung der Qualität der Ganztagsschule. Diese gibt es seit vier Jahren in Kirchehrenbach, man hat erste Erfahrungen. Sie müsse sich etablieren, die Eltern müssten Vertrauen bekommen, dass dort gute Arbeit geleistet wird. Drei engagierte Frauen, richtige Profis, helfen dabei. 25 Kinder kommen aus der Mittelschule, 25 aus der Grundschule. "Für ein breiteres Angebot nächstes Jahr müssen wir jetzt die Weichen stellen", sagt sie. Überrascht ist sie vom großen Bedarf nach einer Ganztagsschule auf dem Land. Beilker hat hier noch viel vor, sie will beispielsweise halbtags eine Sozialpädagogin anstellen. Damit sich Kinder mit geringem Selbstwertgefühl, nicht als Verlierer vorkämen. Dazu seien externe Partner gefragt wie das Jugendamt oder auch Partner aus der Wirtschaft.

Anette Beilker wirkt voller Elan und Ideen. Langweilig wird es an der Schule in Kirchehrenbach nicht werden.