Einen ungewöhnlichen Sitzungsraum hatte sich der Gemeinderat Obertrubach für seine jüngste Sitzung ausgesucht. Die Firma Schmetterling Reise- und Verkehrslogistik Obertrubach hatte ihren modernen Konferenzraum zur Verfügung gestellt. Damit überbrückt der Rat die Zeit bis der Rathaussaal nach der Modernisierung wieder genutzt werden kann.


Zwei Betriebsstandorte

Zum anderen nutzten die Gemeindevertreter die Gelegenheit für eine Betriebsführung durch das 245 Mitarbeiter große Unternehmens in Obertrubach, darunter 187 Fahrer mit zwei Betriebsstandorten in Obertrubach und Fürth. Das Unternehmen bringt 106 Fahrzeuge auf die Straße. Wie Hausherr Elmar Singer erläuterte, geht der Fokus weg vom Reiseverkehr und konzentriert sich mehr auf den Linienbusverkehr im Raum zwischen Ansbach, Erlangen und Bayreuth.
Auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung stand unter anderem die Information zur Linksabbiegespur auf der Staatsstraße 2242 in das neue Betriebsgelände. Sie ist eine Auflage des Staatlichen Straßenbauamts für das neue Gelände und gerade im Bau. Für die 180 Meter lange Abbiegespur legt das Unternehmen samt Planungskosten rund 180 000 Euro auf den Tisch. Die Bauzeit soll sechs bis acht Wochen betragen.

Umfangreich zeigten sich die Bauaktivitäten der Gemeinde. So geht die Erneuerung der Wasserleitung in der Trubachtalstraße zügig voran. Die Hausanschlüsse bleiben dabei außen vor, es sei denn, die Hausbesitzer wünschen eine entsprechende Erneuerung. In Kürze ist eine Einladung an alle Anlieger geplant, um den Planentwurf des Architekturbüros RSP aus Bayreuth zur Ausgestaltung des Umfeldes in diesem Gebiet zu besprechen.
Im gleichen Sinne ist die Vorgehensweise bei der geplanten Dorferneuerungsmaßnahme in Wolfsberg. Bis auf eine zustimmende Unterschrift liegen dort alle Unterschriften der Anlieger vor. Der Bürgermeister zeigt sich vorsichtig zuversichtlich, auch die letzte zu bekommen. Es ist auch hier eine Bürgerversammlung geplant zur Vorstellung des augenblicklichen Planungsstandes. Nach dieser Abstimmung sollen die Unterlagen an das Staatliche Bauamt gehen, das für den Ausbau der Durchgangsstraße der Bauträger ist.


Querungshilfe

Für den Bau des Geh- und Radweges zwischen Bärnfels und Herzogwind wird derzeit die Querungshilfe am Ortseingang von Bärnfels eingerichtet. Das Landratsamt Forchheim teilte jetzt der Gemeinde Obertrubach mit, dass die Einweihung des Weges am Freitag, den 3. Juni um 10 Uhr möglich ist.
Das Hotel Ottilie im Neudorfer Weg von Obertrubach soll eine Nutzungsänderung erfahren. Die neuen Besitzer aus Mellrichstadt wollen durch einen moderaten Umbau eine betreute Wohnform für Senioren schaffen. Der Gemeinderat hatte keine Einwände.
Gerne werden es viele Nutzer hören, dass für die drei beteiligten Gemeinden Obertrubach, Egloffstein und Gößweinstein der Breitbandausbau bis auf wenige kleinere Erdarbeiten technisch abgeschlossen ist. Am Montag, 30. Juni, soll der berühmte Knopf gemeinsam gedrückt werden. Die Kommunen verfügen dann über die gesamte Fläche über eine moderne, schnelle Datenautobahn.


Neue Spielanlage

Offene Ohren fand ein Antrag von Pfarrer Werner Wolf, für den kirchlichen Kindergarten St. Marien, eine marode gewordene Spielanlage zu ersetzen. Der Rat stimmte einer Förderung mit 11 060 Euro zu, das sind 50 Prozent der Kosten. In diesem Zusammenhang teilte Bürgermeister Markus Grüner (CSU) mit, dass von einer ursprünglichen Forderung zur Erweiterung des Kindergartens abgesehen werden kann. Eine Gruppe darf mit Zustimmung des Landratsamtes ein weiteres Jahr im Gymnastikraum betreut werden. Damit soll die Spitze abgefangen werden, bevor die Kinderzahl in den Folgejahren wieder etwas zurückgeht und so der normale Regelbetrieb gegeben ist. Erfreut zeigte sich der Bürgermeister über den Kreisumlagenbescheid. Die Gemeinde hatte vorsorglich 850 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Sie kommt jetzt mit 804 380 Euro davon.

Bernd Reichel als Vertreter der Jugendarbeit der Jugendblaskapelle Obertrubach teilte mit, dass auch im kommenden Jahre eine Bläsergruppe in der Schule von Bärnfels zustande kommt. Von 39 möglichen Kindern haben sich 20 dazu gemeldet, was die große Beliebtheit dieser Ausbildung erneut bestätigt.
Keine wesentlichen Änderungen gibt es bei der Unterbringung von Asylsuchenden. Insgesamt wohnen momentan 46 Flüchtlinge im Ort, nachdem sechs abgezogen wurden.
Zu einer ausführlichen Diskussion führte der Antrag eines Bürgers aus Herzogwind, zu Vorschlägen, den Verkehr im Ort sicherer zu machen. Er gibt in einem Schreiben vor, für die Bürger des Ortes zu sprechen. Die durchweg im kleinen Ort eingerichtete 30er Zone werde weitestgehend ignoriert. Unter den diversen Maßnahmen schlägt der die Anschaffung einer weiteren Geschwindigkeitsmessanlage vor, die Versetzung des Ortsschildes am westlichen Ortseingang um 50 Meter, die Versetzung des 30 Kilometer Schildes am westlichen Ortseingang 30 Meter ortsauswärts und weitere Beschilderungen zur Prävention. Gleichzeitig liefert er gleich den Preis für die Messanlage in Höhe von 3050 Euro. Davon würde er beziehungsweise die Dorfgemeinschaft der Gemeinde eine zweckgebundene Spende über 51 Prozent der Anschaffungskosten anbieten. Er bittet im Brief zu helfen "die Raserei im Dorf wenn schon nicht zu beenden, dann doch zumindest zu reduzieren und die Kinder zu schützen". Keine Präzendenzfälle schaffen war eine Mahnung im Gemeinderat. Hindernisse zur Reduzierung schaffen, das könnte eine Straßenverengung sein, war eine andere Stimme. Die Veröffentlichung im Gemeindeblatt fand die allgemeine Zustimmung. Nach dem ausführlichen Austausch der Meinungen wollte man auch keine Maßnahmen ohne die fachliche Beratung der Behörden beschließen. Man einigte sich auf einen Ortstermin mit der Polizei vor Ort. Danach wird das Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung weiter behandelt werden.

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Fotos: Franz Galster
Linksabbiegerspur im Bau am Ortseingang von Obertrubach in das neue Werksgelände Schmetterling