Eine imposante Krippe mit mehreren Stilelementen ist in der St.-Sebastiankirche in Hallerndorf zu besichtigen. Sie wurde in den 1960er- Jahren von Anton Erlwein gebaut und seitdem ständig erweitert. Der bereits gestorbene Künstler hat sich in der Region mit vielen Krippenbauten verewigt.

Die 30 Zentimeter großen Figuren sind allerdings schon einige Jahre alt. "Es sind Gipsfiguren aus Kevelaer in Nordrhein-Westfalen. Sie sind fast 100 Jahre alt", berichtet Werner Rösch. Er baut mit einigen Helfern seit 15 Jahren die etwa acht Quadratmeter große Krippe auf.


Enorme Arbeitsleistung

Sie ist in zwei Ebenen gegliedert, damit sie auch für die kleinen Besucher gut zu sehen ist. Denn die Krippe steht auf dem rechten Seitenaltar, der extra für sechs Wochen abgebaut wird. Über 100 Figuren sind im Fundus, die aber nicht alle in jedem Jahr zu sehen sind.


"Wir wechseln die Figuren ab, damit es auch für die Betrachter noch ein bisschen interessant bleibt, die die Krippe alle Jahre besuchen", merkt Rösch schmunzelnd an. Damit stellt der 57-Jährige die enorme Arbeitsleitung des Teams mit Georg Lieberth und Gerhard Erlwein aber etwas zu sehr unter den Scheffel, findet Mesner Alfons Nützel: "Die Hallerndorfer Krippe ist eine der schönsten im ganzen Landkreis.

Sie besitzt ganz viele liebevolle Details. Wir sind sehr froh, so tüchtige Krippenbauer zu haben." Als Besonderheit stellt Nützel den Umbau mit verschiedenen Szenen heraus. Bis zum 6. Januar war die Geburtsszene zu sehen, danach wird die Szenerie mit den Dreikönigen und dem Königszug erweitert und ab dem 14. Januar ist die Flucht nach Ägypten dargestellt. Immer wieder ist Werner Rösch auf Flohmärkten unterwegs. "Die Kevelaer-Figuren werden nicht mehr hergestellt. Deshalb bin ich immer auf der Suche", erklärt er. 50 Euro und mehr kostet eine Figur.

Erst kürzlich erwarb er einen neuen Hirten mit Flöte. Auch einen Friedensengel hat er auf einem Flohmarkt entdeckt. "Den Preis verrate ich lieber nicht", hüllt er sich in Schweigen.