Seit genau 400 Jahren pilgern die Leutenbacher in den Dreifaltigkeitsgnadenort Gößweinstein. Zusammen mit Erzbischof Ludwig Schick konnten die Leutenbacher mit einem Jubiläumsgottesdienst in der Basilika zur Heiligen Dreifaltigkeit nun ihr Jubiläum der Fußwallfahrt feiern.

Flankiert von der 1812 gegründeten Leutenbacher Landwehr in ihren historischen Uniformen zog der Erzbischof mit den Leutenbacher Pilgern in die Basilika ein. Während seiner Festpredigt dankte Schick den Pilgern für ihre jahrhundertelange Treue im Glauben: "Sie dürfen sicher sein, dass aus dieser Tradition viel Segen für Leutenbach, die Familien, die Vereine, die Kinder und Jugendlichen, Jung und Alt sowie die ganze Ortsgemeinschaft ausgegangen ist", sagte Schick in seiner Predigt.


"Wir danken für den Segen, der seit 400 Jahren in Gößweinstein von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit empfangen und nach Leutenbach gebracht wurde." Schick rief dazu auf, die Tradition der Wallfahrt an die nächste Generation weiterzugeben. "Denn jede Wallfahrt macht dem Glauben Beine und erneuert unser Vertrauen auf Gott, unsere Hoffnung und unsere Liebe", sagte der Erzbischof. Eine Wallfahrt sei für ein zufriedenes und glückliches Leben unabdingbare Voraussetzung.

Dabei sollten die biblischen Worte inspirieren: "Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben." Schick zitierte auch den deutschen Kulturphilosophen Gottfried von Herder, der im 18. Jahrhundert sagte: "Treue und Glauben sind der Eckstein der menschlichen Gesellschaft."
Die Pilger aus Leutenbach im Dekanat Ebermanstadt gingen um 7 Uhr los und erreichten am Mittag die Basilika in Gößweinstein. Am Nachmittag fand eine Kreuzwegandacht statt, am Abend der Festgottesdienst mit dem Erzbischof, der musikalisch vom Gemischten Chor aus Leutenbach umrahmt wurde.


Wallfahrtsführer im Ruhestand

Konzelebriert wurde der Festgottesdienst von Gößweinsteins Pfarrer Pater Flavian Michali, Leutenbachs Pfarrer Alfred Beißer und Pfarrer i. R. Joseph Graser, der in der Pfarrei Leutenbach seinen Lebensabend verbringt und noch heute aushilft. Auch Leutenbachs Wallfahrtsführer Franz Roth begrüßte seine Pilger und den Erzbischof. Wie Roth erinnerte, ist die Leutenbacher Wallfahrt 1616 erstmals in den Gößweinsteiner Kirchenbüchern erwähnt worden.

"Die Wallfahrt ist ein Akt der Frömmigkeit mit dem Zweck zu bitten, Buße zu tun, Sühne zu empfangen und Dank zu sagen für so viele Gebetserhörungen", sagte Roth, der selbst sein 25-jähriges Wallfahrerjubiläum feiern konnte und nun als Wallfahrtsführer in den Ruhestand geht. Einen Nachfolger hat er noch nicht. Wallfahren sei auch ein körperliches und geistiges Tun, das man vor Gott und allen Mitmenschen bekundet, so Roth weiter. Dies verdeutliche auch ein altes Wallfahrtslied in dem es heißt: "All Hitz und Schweiß, all Müdigkeit und andere Wegbeschwerden, der Heiligsten Dreifaltigkeit ein Opfer sollen werden." Zahlreiche Pilger aus Leutenbach konnten am Schluss des Festgottesdienstes von Erzbischof Schick mit Ehrenurkunden für langjährige Teilnahme an der Wallfahrt ausgezeichnet werden. Darunter Katharina Roth und Otmar Alt, die beide seit 50 Jahren nach Gößweinstein wallen und Burkhard Maltenberger und Helmut Keilholz, die seit 40 Jahren dabei sind.