Der erste Anrufer meldete sich bei den Forchheimer Stadtwerken um 7 Uhr. Im Laufe des Vormittags hatte Melissa Schneider dann schätzungsweise 40 ratlose Menschen in der Leitung, die sich über den Stromausfall in ihrer Gemeinde beklagten. Doch Melissa Schneider, die in der Haidfeldstraße 8 am Empfang sitzt, konnte den Anrufern am Montag nur den immer selben Hinweis geben: Die Versorgungspanne habe mit den Forchheimer Stadtwerken nichts zu tun.

Im Stadtgebiet Forchheim gab es keinen einzigen Stromausfall zu beklagen; reihenweise dagegen in Eggolsheim, in Trailsdorf, in Weilersbach, in Pautzfeld, in Bammersdorf und in Rettern. Wie Reinhold Postler, der technische Leiter der Stadtwerke Forchheim erklärt, sei für die "Flächenversorgung der Umlandgemeinden", die keinen eigenen Netzbetreiber hätten, die Bayernwerk AG zuständig.
Viele Stromkunden wussten das wohl nicht und wandten sich irrtümlicherweise an die Forchheimer Stadtwerke.

Doch auch bei der Bayernwerk AG, einer 100-prozentigen Tochter des E.ON-Konzerns, konnten die Betroffenen nur wenig über die Hintergründe des Stromausfalles erfahren. Zwar bietet Bayernwerk eine "Störungsnummer" an (0941/ 28003366), doch wer dort anrief, wurde lediglich mit einer männlichen Stimme vom Band verbunden. Sie forderte den Anrufer auf: "Damit wir Sie mit dem örtlich zuständigen Techniker verbinden können, geben Sie bitte nach dem Signalton über ihre Telefontastatur die Postleitzahl des Störungsortes ein."

Wer am Montag Vormittag dann beispielsweise die Postleitzahl von Eggolsheim eingab, dem teilte die Stimme vom Band mit: "Unsere Mitarbeiter sind bereits unterwegs, um die Stromversorgung schnellstmöglich wieder herzustellen." Zur Dauer der Störung könne leider keine Auskunft gegeben werden.

Am Nachmittag war über die Störungsnummer dann aber eine leibhaftige Stimme erreichbar. Und die sagte über den Stromausfall vom Vormittag: "Im 20 KV-Bereich hat es einen größeren Kabelfehler gegeben." Die Kabel gingen "halt mal kaputt". Erste Stromausfälle habe es um 6 Uhr gegeben, weitere im Laufe des Vormittags.
Gegen 16 Uhr am Montag informierte dann auch Maximilian Zängl (bei der Bayernwerk AG für die Unternehmenskommunikation zuständig): Drei Kabelschäden hätten zu mehreren Stromausfällen geführt. Der erste Kabeldefekt habe sich um 5.57 Uhr in Neuses ereignet. "Beschädigungen des Kabelmantels entstehen immer wieder durch Bauarbeiten", erklärte Zängl. Oft seien es kleine Risse im Kabel, die lange ohne Folge blieben, bis dann Wasser eindringe. Drei Kabelschäden in Folge, das sei allerdings "ungewöhnlich".

Neun Minuten nach der ersten Störung war am Montag die Versorgung wieder hergestellt. "Doch um 7 Uhr gab es den nächsten Ausfall", so der Bayernwerk-Pressesprecher. "Wir mussten bis 11.33 Uhr immer wieder kurz zu- und abschalten, um die Störungsquellen zu orten." Insgesamt seien 3000 Haushalte betroffen gewesen.