Soll die Mittelschule Baiersdorf als Schulverbandsschule saniert oder komplett neu gebaut werden? Wie soll der Breitbandausbau in Poxdorf umgesetzt werden? Zu diesen Fragen musste der Poxdorfer Gemeinderat in seiner Sitzung Position beziehen.

Zum Schulverband Baiersdorf gehören sieben Gemeinden: Baiersdorf, Bubenreuth, Effeltrich, Langensendelbach, Marloffstein, Möhrendorf und Poxdorf. In den beschlussfassenden Sitzungen werden die Gemeinden durch die Bürgermeister vertreten. In den letzten Jahren gab es oft Streit wegen der Höhe der Schulverbandsumlage, die die Gemeinden für die Miete von Schule und Turnhalle sowie für die Unterhaltskosten zahlen müssen. Sie wurde je nach Anzahl der Schüler berechnet, die aus den Gemeinden stammen. Im Sommer 2018 bot die damalige aus den Kommunen Baiersdorf, Bubenreuth und Möhrendorf bestehende Eigentümergemeinschaft den vier anderen Verbandsmitgliedern an, sie in den Kreis der Schuleigentümer aufzunehmen. Dadurch entfielen die hohen Mietkosten; allerdings verpflichteten sich die neuen Miteigentümer auch, zukünftig Kosten für eine Generalsanierung des mehr als 30 Jahre alten Schulgebäudes mitzutragen. Man einigte sich auf den Abschluss eines Erbpachtvertrags.

Entschädigt

Die bisherige Eigentümergemeinschaft wurde durch die Zahlung von zwei Millionen Euro entschädigt. Poxdorf hatte auf der Basis der damaligen Schülerzahlen 87.000 Euro zu zahlen. Inzwischen ist die Sanierung dringlicher geworden. Nach Aussage des Poxdorfer Bürgermeisters Paul Steins (CSU) steht fest, dass die Heizung, die Sanitäranlagen und die Fenster erneuert werden müssen und dass vor allem für den Brandschutz viel getan werden muss. Aber, so die Beurteilung des Architekturbüros Babler und Lodde (Fürth), die Schule ist sanierbar, und die geschätzten Kosten würden sich auf circa 8.300.000 Euro belaufen.

Vorteil der Sanierung

Ein Vorteil der Sanierung besteht auch darin, dass die bisherige Größe der Klassenräume beibehalten werden kann und auch förderwürdig ist. Bei einem Neubau sind geringere Raumgrößen für die Klassenzimmer vorgeschrieben; dementsprechend fällt auch die Bezuschussung geringer aus. Für einen Neubau liegt noch keine Kostenschätzung vor. Eine auf der Basis der Quadratmeter durchgeführte Hochrechnung ergab förderwürdige Kosten von 10.600.000 Euro. Das Architekturbüro kam jedenfalls zu dem Schluss, dass die geschätzten Sanierungskosten etwa 78 Prozent der fiktiven Neubaukosten ausmachen.

Die Gemeinde Poxdorf wird sich an Sanierungs- oder Neubaukosten prozentual zur Zahl der Schüler, die sie auf die Mittelschule nach Baiersdorf schickt, beteiligen müssen. Deshalb bat Bürgermeister Steins den Gemeinderat um eine Empfehlung im Hinblick auf das Votum, das er bei der nächsten Schulverbandssitzung am 3. Dezember abgeben wird. Seiner Meinung nach soll die Sanierung mit der Auflage verbunden werden, dass deren Finanzierung durch einen längerfristigen Kredit abgesichert wird. Diesen Kredit soll der Schulverband als Gesamtgremium aufnehmen. Der Gemeinderat akzeptierte den entsprechenden Beschlussvorschlag einstimmig.

Der Breitbandausbau

In einer Sitzung Ende September hatte der Gemeinderat beschlossen, den Tagesordnungspunkt "Vorgehensweise beim Breitbandausbau" zurückzustellen, damit sich alle Räte um weitere Informationen bemühen könnten. Alexander Rauh (JB) stellte nun ein mehrseitiges Bewertungspapier vor, in dem er aufgrund von im Internet verfügbaren Informationen die Leistungen der Gesellschaft Deutsche Glasfaser (DG), der Telekom und der Firma M-Net miteinander verglichen hatte, unter anderem die Tarife bei Erst-und Folgeverträgen wie auch die Service- und Bauqualität und die Bandbreite. Insgesamt schnitt die DG besser ab als die Telekom. Diese hatte der Verwaltung zudem noch schriftlich mitgeteilt, dass sie aktuell und in den nächsten zwei bis drei Jahren im ländlichen Raum Effeltrich/Poxdorf keinen eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau betreibe. Alexander Rauh hatte auch mit dem Bürgermeister der Gemeinde Tuchenbach im Landkreis Fürth telefoniert. Dort hatte die DG den Breitbandausbau durchgeführt. Die Tuchenbacher Bürger waren demnach mit dem Verlauf des Ausbaus und mit der Qualität der Bauarbeiten sehr zufrieden.

Bürgermeister Steins erinnerte daran, dass die DG den Auftrag nur übernimmt, wenn es ihr während ihrer dreimonatigen Informationskampagne gelingt, 40 Prozent der Bürger für das Projekt zu gewinnen. Da in Poxdorf der Anteil der Bürger über 60 Jahre sehr hoch ist, wird sich hier bereits erweisen, welchen Stellenwert man der schnelleren Datenübertragung zumisst. Roland Freund (FW) wies darauf hin, dass das Vorhandensein eines Glasfasernetzes in jedem Fall in Zukunft ein infrastruktureller Vorteil für den Ort sei. Und Corona habe doch gezeigt, dass Heimbüros für Berufstätige und Distanzunterricht für Schüler ganz schnell eine Forderung des Alltags werden können. Der Beschluss, den Glasfaserausbau mit der DG voranzutreiben, wurde mit einer Mehrheit von 11:2 Stimmen gefasst.