Es war wie ein Märchen aus 1001 Nacht: Schöne junge Frauen in hinreißenden Kleidern, Glanz und Glamour, Musik und Tanz. Dazu Nebel, der die Akteure wie aus dem Nichts kommen ließ. Eine Bauchtänzerin - nennen wir sie Scheherazade - wirbelte in einem atemberaubenden Schleiertanz über den Laufsteg.

Showelemente machen die Brautmodenschau des Bekleidungshauses Murk alljährlich zu einem Event, der nicht nur heiratswilligen Paaren einen unterhaltsamen Abend garantiert. Dem Wachenrother Bekleidungshaus war es einmal mehr gelungen, das Publikum in der voll besetzten Ebrachtalhalle mehr als zwei Stunden lang bestens zu unterhalten und zu begeistern.

Renate Glöde moderierte in bewährter Weise und setzte die Models - Männer und Frauen aus dem Hause Murk - ins beste Licht. Apropos Licht - spektakuläre Lichteffekte haben einen entscheidenden Anteil am Gelingen der Show. Umso mehr, wenn es darum geht, zu zeigen, was normalerweise nicht zu sehen ist - die Dessous unter all den Prinzessinnenkleidern.


Kreationen aus Spitze mit Pailletten und Glitzer

Denn um solche handelt es sich bei der Modenschau: Romantische Träume in Organza, Spitze und Satin. Korsagenkleider, wie auf den Leib geschneidert und gerne im Rücken geschnürt. Immer kostbarer scheinen die Materialien zu werden. Was die Moderatorin als "Eisprinzessinnenkleider" bezeichnet, sind Kreationen aus Spitze mit Pailletten und Glitzer. Neben den Klassikern dürften dem aufmerksamen Publikum aber auch etliche Neuheiten aufgefallen sein.

Die 50er Jahre lassen grüßen, könnte die Kollektion von kurzen oder dreiviertel langen Brautkleidern mit weit schwingenden Petticoats betitelt werden. Ob sich dieser Stil tatsächlich etabliert, bleibt abzuwarten. Auffallend ist bei den Kleidern auch ein neuer Farbton, der zwischen einem zarten Rosé und Elfenbein angesiedelt ist.
Der traditionelle Schleier scheint übrigens ein Revival zu feiern, wenn er kokett übers Gesicht oder die nackten Schultern fällt. Die Rückenansichten der Bräute sind ohnehin immer einen Blick wert: Spitze auf - scheinbar - blanker Haut ist ein besonders raffinierter Hingucker. Tatsächlich erzeugt hautfarbenes Tüllgewebe diesen "Tattooeffekt". Beim Kopfschmuck ist erlaubt, was gefällt: Stirnband mit Blüte, Diadem oder Haardrähte.


Trend zu Blau bei den Herren

Elegant ergänzt der Anzug des Bräutigams die Brautrobe in der Farbe, die zum Kleid passt. Wobei bei den Herren ein Trend zu Blau festzustellen ist. "In" sind Anzüge in "rauchblau" und mit Glanzfinish, aber auch in der Farbe, die einer "Wiener Melange" ähnelt. Stehkragensakkos, Satinpaspel und Hosenträger verleihen dem Outfit des Bräutigams nostalgischen Charme.

Klar, dass Murk auch die gesamte Hochzeitsgesellschaft festlich einkleidet. Dazu gehören auch Blumenkinder. Jule, Finnja und der erst dreijährige Lukas - ein Urenkel des Seniorchefs Anton Murk - eroberten die Herzen des Publikums im Sturm. Besonders Augenmerk kommt dem Blumenschmuck der Bräute zu: die Palette reichte von kaskadenartigen Arrangements über herz- und halbmondförmige Gestecke bis hin zu Pompons und Stäben aus Blüten.

"Sag einfach ja", sang dazu sehr gefühlvoll Sänger Felix. Ja sagen wollen auch Tina aus Frimmersdorf und Sascha aus Ailsbach. Die beiden - 25 und 26 Jahre alt - möchten sich damit jedoch noch etwas Zeit lassen. Ihr Hochzeitstermin wird jedenfalls nicht mehr in diesem Jahr sein.

Anders als bei Kristina aus Schlüsselfeld, die im September den Bund fürs Leben schließen wird. Die 25jährige sah sich die Show mit ihrer Freundin Sonja an. Den künftigen Bräutigam wollten die Mädels aus dem Steigerwald nicht dabei haben. "Er darf das Kleid auf keinen Fall vor der Hochzeit sehen", sagt Kristina. Die Preise im Hause Murk hält die junge Schlüsselfelderin für "sehr human". Daher wird bei ihr ziemlich sicher ein Traumkleid aus dem Hause Murk den Zuschlag bekommen. Mit dem Handy wurde es bereits im Bild festgehalten.